Auftrag des Oberbürgermeisters an TC Grün Rot und TC am Postkeller: Zusammenarbeit vorbereiten
Rivalen zum Doppel geladen

Es ist kein Geheimnis: Die beiden renommiertesten Tennisclubs der Stadt Weiden verstehen sich nicht. Seit Jahrzehnten kämpfen TC am Postkeller und der TC Grün Rot um die Tennis-Krone in der Stadt. Jeder will der bessere sein, höherklassiger spielen, mit der schöneren Anlage aufwarten, mehr im Mittelpunkt stehen. Doch dieser Wettstreit kostet Geld, zu viel Geld.

Und das ist bei beiden Vereinen inzwischen mehr als knapp. So knapp, dass sich Oberbürgermeister Kurt Seggewiß einschalten muss. Er erteilten den Vorständen der beiden Tennisclubs einen eindeutigen Auftrag: Sie müssen zusammenarbeiten, bestenfalls sogar fusionieren.

Dazu zwingt die beiden Renommier-Clubs nicht nur die demografische Entwicklung: Tennis ist seit Jahren weit davon entfernt, noch eine Trendsportart zu sein. Die Nachwuchsarbeit kann die Mitgliederverluste nicht ausgleichen. Leistungsträger wandern ab, neue müssen ( auch jenseits der Grenze) "eingekauft" werden. Die Stützen im Verein sind meist über 40 Jahre alt.

Finanzielle Altlasten

In den letzten 15 Jahren haben sich die Mitgliederzahlen auf jeweils rund 300 gut halbiert. Die Anlagen, nicht mehr so gut ausgelastet wie früher, erfordern jedoch weiterhin denselben Pflege- und Unterhaltungsaufwand. Die bei beiden Clubs vorhandenen finanziellen "Altlasten", aufgenommen in einer Zeit, als die Vereine vor Kraft strotzten, lassen sich auf normalem Weg kaum abbauen.

Diese Lasten drücken. Beide brauchen Hilfe, dringend. Ohne Mühe könnte jeder der beiden Clubs den anderen aufnehmen, denn die baulichen Anlagen wären ja groß genug. Damit käme auch wieder zusammen, was sich vor über 40 Jahren trennte. Der TC am Postkeller gründete sich 1968 aus ehemaligen Turnerbündlern. So alt ist übrigens auch die - stets offen gepflegte - Rivalität der beiden Clubs.

Grundstücke begehrt

Die Clubs sind zugleich in der komfortablen Situation, dass ihre Grundstücke sehr begehrt sind. Die Anlage des TC am Postkeller gilt als ideale Ergänzung des Bildungs-Campus, als Erweiterungsfläche für die stark wachsende, aber inzwischen eingekesselte Ostbayerische Technische Hochschule. Nachteil: Der Verein selbst ist auf dem größten Teil der Fläche nur Pächter.

Nicht minder begehrt ist das Areal des TC Grün Rot, der als Abteilung des Turnerbundes zwar Verbindlichkeiten beim Hauptverein hat. Die Flächen am Hammerweg werden aber als lukrativer Baugrund gehandelt. Turnerbund und Tennisclub sind nicht abgeneigt, sich mit dem Grundverkauf zu sanieren. Bei einem ersten Test bewarb sich fast ein Dutzend Investoren. Eine Handvoll führte sogar intensivere Gespräche.

Der Turnerbund fühlt sich im Vorteil: Der Grundverkauf würde Geld in die Kasse spülen, mehr als die Verlagerung der Tennisplätze kosten würde. "Wir heiraten nicht die Schulden eines Postkellers", verlautet aus dem Hammerweg. Wenn, dann sollten die Mitglieder des Postkellers nach Weiden-Nord. Doch, das ist für Seggewiß nicht das Ideal: Der Bau neuer Tennisplätze sei "purer Luxus". Und, was wird aus einem TC am Postkeller, wenn er die Mitglieder verliert, aber auf seinen Schulden sitzen bleibt?

Vorerst sinnvoller mag es erscheinen, wenn die "reichen", dann aber heimatlos gewordenen Hammerwegerer zum Postkeller kämen und dort die Anlagen nutzen, die Kasse füllten.

In der nächsten Woche sind die Vereins- und Clubvorsitzenden zum Runden Tisch ins Rathaus geladen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.