06.09.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Außensanierung der Herz-Jesu-Kirche angepackt Neuer Glanz am alten Gotteshaus

Rüstzeit für die Pfarrei Herz Jesu - nicht nur im geistlichen Sinne. Der Kirchenverwaltung waren nach der aufwendigen Innensanierung der Pfarrkirche lediglich zwei Jahre Pause gegönnt, um neue Kraft zu sammeln. Nun muss sie das nächste Großprojekt anpacken: die Außensanierung. Nur so lässt sich Schaden vom 80 Jahre alten Gotteshaus abwenden.

von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Die Mannschaft um Kirchenpfleger Hans Joachim Wolfinger muss 550 000 Euro aufbringen. Bisher sind nur 45 Prozent durch Zuschüsse gesichert. Über die Hälfte muss jedoch die Pfarrei aus Eigenmitteln finanzieren. Und da diese nicht ausreichen, sind die Angehörigen der Pfarrei gefordert, mit Spenden diese große Aufgabe zu unterstützen.

Stadtpfarrer und Regionaldekan Gerhard Pausch betont, dass die Arbeiten nicht nur der Verschönerung diene, sondern vor allem zum Substanzerhalt nötig seien. Mit Kirchenpfleger Wolfinger und Architekt Manfred Schwemmer bat er Peter Göppl, Gerhard Zenger und Wolfgang Pausch als Mitglieder der Kirchenverwaltung zur Ortsbegehung auf die Baustelle.

Zusätzliche Aufgaben

Schon bei der Innensanierung (2011/2012) sei klar gewesen, dass die Beton-Sanierung in den Zugringen und Zwischendecken der beiden Türme überfällig ist. "Der Beton auf Brücken hält 30 Jahre, in unseren Türmen hält er jetzt schon 80 Jahre", erklärt Architekt Schwemmer. Aufgrund des knappen Budgets mussten die Arbeiten jedoch 2012 zurückgestellt werden. "Jetzt erledigen wir das bei der Außensanierung." Und diese wiederum war ebenfalls unaufschiebbar: Die Fassade ist mit Rissen übersät, Wasser drang ein, spülte Material aus. "Mit Ausbesserungen ist es nicht mehr getan. Wir müssen vollflächig den Putz abnehmen", ergänzt Stadtpfarrer Pausch. In Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege wird der neue Putz gestaltet und auch die Farbe ausgewählt. Dabei soll sich möglichst wenig ändern. Allerdings müssen rund 75 Tonnen neuer Putz aufgetragen werden.

Die mit der Drehleiter der Feuerwehr durchgeführten Voruntersuchungen haben sich inzwischen voll und ganz bestätigt: Hinter der Farbe fehlt Material. Die Arbeiter konnten den Putz vom Uhrenturm schnell abklopfen. Trotzdem ist's eine staubige Angelegenheit.

Kirche gut für Menschen

Nässe und Feuchte findet sich hingegen an den Grundmauern. Bei den Schürfarbeiten versuchte man die Ursachen zu klären. Diese liegen wohl darin, so vermutet Architekt Schwemmer, in den Aufschüttungen des Kirchenumfeldes. Dieses sei wohl um bis zu 30 Zentimeter gegenüber dem ursprünglichen Boden-Niveau angehoben worden.

Die Kirchenverwaltung verbinde mit dieser Investition die Zuversicht, dass die Kirche weiterhin gebraucht werde, erklärt Stadtpfarrer Pausch. "Die Kirche begleitet den Menschen von der Taufe bis zur Beerdigung." Die Pfarrei Herz Jesu wolle auch für die nächsten Generationen im Stockerhut-, Lerchenfeld- und Bahnhofsviertel ein würdiges Gotteshaus bieten. "Das Gebäude würde Schaden nehmen, wenn wir nicht gehandelt hätten", unterstreicht Pausch.

Unter großen Anstrengungen und Entbehrungen hätten die Vorfahren dieses Gotteshaus errichtet. "Es ist unsere Aufgabe, es zu erhalten und in die Zukunft zu führen." Ihren besonderen Charme, den von außen niemand vermute oder erwarte, zeige die Pfarrkirche Herz Jesu in ihrem Innern: "Sie hat eine mystische Atmosphäre. Auch tagsüber kommen viele Menschen, die das Gebet und die Besinnung suchen. Sie benötigen diesen Ort der Gottesbegegnung. Er tut ihnen gut", erklärt Pausch die Bedeutung seiner Pfarrkirche.

Bis Mitte November müssen die Arbeiten an der Kirche abgeschlossen sein. Im Frühjahr wird der Außenbereich - mit dann barrierefreiem Eingang - neu gestaltet. Auch das für die Bauarbeiten entfernte und eingelagert Grüne kommt zurück. Die Pfarrei Herz Jesu ist dann für die Zukunft gerüstet.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp