Bayerischer Katastrophenschutzkongress tagt in Weiden: Katastrophen kennen keine Grenzen
Absage an EU-Eingreiftruppe

Vorsorge, Vernetzung und eine funktionierende europäische Zusammenarbeit - das seien wesentliche Grundlagen für einen erfolgreichen Schutz der Bevölkerung, stellte die Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, am Wochenende in Weiden fest. Dort tagte der 8. Bayerische Katastrophenschutzkongress.

Für den Bevölkerungsschutz müsse man sich neuen Herausforderungen stellen. Zum einen seien heute - nach neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen - siebenmal mehr Naturkatastrophen als noch in den 1950er Jahren zu verkraften. Zum anderen würden große Events und Massen-Sportveranstaltungen ganz neue Anforderungen an die Helfer stellen.

Aus früheren Einsätzen wie der Flutkatastrophe bei Dresden und der Schneekatastrophe in Oberbayern wisse man, dass das BRK in kürzester Zeit 100 000 erfahrene Experten mobilisieren könne. Der Kongress in Weiden diene auch dazu herauszufinden, welchen neuen Aufgaben man sich stellen müsse. Einer neu aufzustellenden "EU-Eingreiftruppe" für den Katastrophenfall erteilten die BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk und Dieter Deinert eine Absage. Dies ginge zu Lasten regionaler Verbände. Besser sei es, die nationalen Einheiten zu stärken und besser zu verzahnen. Dazu diene auch die Großübung "Tanranis", die heuer im Salzburger Land stattfinden werde. Auch Professor Peter Sefrin, Landes- und Bundesarzt des Roten Kreuzes, hält es für besser, wenn "Module und Spezialaufgaben grenzüberschreitend eingesetzt werden, als dass ein EU-Kontingent neu aufgestellt wird".
"Dabei sein, wenn's drauf ankommt", mit dieser Kampagne, vorgestellt von Raimund Heiny, dem Bezirksbereitschaftsleiter Unterfranken, will das BRK einem drohenden Nachwuchskräftemangel entgegenwirken. Trotz des Wegfalls von 90 000 Zivildienststellen nach der Abschaffung der Wehrpflicht "gehen uns die Helfer zwar jetzt noch nicht aus", sagte Stärk. Jedoch: "Wenn wir nicht gegensteuern, bekommen wir in fünf bis sieben Jahren Probleme." Dieter Hauenstein, Bezirksbereitschaftsleiter Niederbayern/Oberpfalz, betonte die "europäische Dimension" des Kongresses, die auch von der Politik bereits wahrgenommen werde. Dass einige Forderungen übernommen worden seien, beweise dies.
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