Bernhard Fuchs stellt Buch über Region unter Karl IV. vor - Bayern und Tschechen verbunden
Identifikationsfigur für Nachbarn

Bernhard Fuchs (Dritter von links) stellte sein Buch in seiner Geburtsstadt Weiden vor. Mit dabei waren (von links) Doktor-Vater Professor Dr. Peter Schmid, Stadtarchivarin Petra Vorsatz, Stadträtin Waltraud Koller-Girke, Spitalarchivar Dr. Artur Dirmeier und Verleger Dr. Norbert Stellner. Bild: uz

Die Gastgeberin, Stadtarchivarin Petra Vorsatz, zeigte sich begeistert. Das Regensburger Spitalarchiv hatte angeboten, den 16. Band der "Regensburger Beiträge zur Regionalgeschichte" über "Die Städte und Märkte der nördlichen Oberpfalz unter Kaiser Karl IV" hier in der Max-Reger-Stadt zu präsentieren. "Er war eine interessante Persönlichkeit auch für Weiden. Wir sind ihm heute noch dankbar", sagte Vorsatz bei der Vorstellung.

Verfasst wurde das Buch vom 1986 in Weiden geborenen Bernhard Fuchs. Er studierte in Regensburg Geschichte, Politikwissenschaften, Tschechisch und Volkswirtschaft. Sein Forschungsschwerpunkt ist die bayerische und böhmische Geschichte sowie die historische Vergangenheit der Oberpfalz. Fuchs war zusammen mit seinem Doktor-Vater Professor Dr. Peter Schmid, Verleger Dr. Norbert Stellner und Spitalarchivar Dr. Artur Dirmeier angereist.

"Wo könnte man einen solchen Band besser vorstellen als in einer Stadt wie Weiden", unterstrich Dr. Dirmeier in seiner Eingangsrede. "Die Stadt war ja um 1353 selber in böhmisches Eigentum übergegangen." In seinem historischen Ausflug schilderte Dr. Dirmeier die Erweiterungsabsichten Karls IV. über Prag und Nürnberg hinaus bis ins Rhein-Main-Gebiet um Frankfurt.

Ziel: Expansion

Fuchs schildert in seinem Buch den Machtausbau des böhmischen Königs (1316 bis 1378) und seine nachhaltige Expansionspolitik. In deren Zug sei ihm ab 1349 der Erwerb zahlreicher Städte in der nördlichen Oberpfalz gelungen, die er dann 1355 der böhmischen Krone unterstellte. Es habe eine Phase intensiver Förderung begonnen. Die habe nicht nur auf die Weiterentwicklung des gesamten Territoriums gezielt, sondern durch eine Vielzahl individueller Förderungen und Privilegierungen auch den wirtschaftlichen Aufbau der einzelnen Kommunen vorangetrieben. Stets sei das Wirken des Kaisers in den Neuerwerbungen an seine weitreichenden politischen Absichten geknüpft gewesen.
Durch veränderte territorial-dynastische Zielsetzungen hätten die oberpfälzischen Besitzungen dann allerdings an Bedeutung verloren. 1373 seien sie als Pfandobjekt beim Erwerb Brandenburgs an die Wittelsbacher gefallen. "Mir ging es darum, die Leser für die Verbindungen dieser beiden Völker zu interessieren", sagte Fuchs. "Durch die Öffnung der Grenzen ist Karl IV. für uns so was wie eine Identifikationsfigur geworden, als völkerverbindendes Element zwischen Bayern und Tschechien."

Der Inhalt seines Buches setze sich aus zwei großen Schwerpunkten zusammen, die sich beide mit der Expansionspolitik des Kaisers beschäftigten: "Seine herrschaftspolitischen Ambitionen und seine Vorgehensweisen und politischen Aktivitäten." Das Buch ist für 16 Euro erhältlich. Die Grüße des Oberbürgermeisters überbrachte SPD-Stadträtin Waltraud Koller-Girke.
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