Betrugsprozess: Bei Geschädigten kein großes Interesse an Bestrafung
Da helfen auch keine Anrufe von Leupold

Symbolbild: dpa

Auch am achten Tag des Prozesses gegen Wolfgang S. versetzten wieder Zeugen die 1. große Strafkammer. Doch viele von den Geschädigten haben anscheinend kein großes Interesse an einer Bestrafung des 68-Jährigen, der seit Februar in Weiden in U-Haft sitzt.

S., dessen Wohnsitz zuletzt auf Mallorca war, wird von Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Hans-Jürgen Schnappauf vorgeworfen, zahlreiche Geschäftsleute mit utopischen Zinsversprechen und falschen Vorspiegelungen um Millionen gebracht zu haben. Am Mittwochmorgen erschien zuerst ein Zeuge aus Dresden unentschuldigt nicht. Ihm wurde ein Bußgeld von 200 Euro auferlegt. Ein für den Nachmittag geladener Zeuge teilte einer Justizmitarbeiterin telefonisch mit, dass er "nichts zu sagen" habe und deswegen nicht komme.

Ordnungsgeld wartet

Auf ihren Hinweis, dass er verpflichtet sei, der Ladung Folge zu leisten und er sonst mit einem Bußgeld belegt werde, antwortete er lapidar, dass er sich nicht drohen lasse.

Versuche von Landgerichtspräsident Walter Leupold ihn telefonisch doch noch umzustimmen, liefen ins Leere. Zuerst ließ der Mann aus dem Landkreis Straubing-Bogen durch seine Ehefrau den Landgerichtspräsidenten vertrösten, dann hob er das Telefon nicht mehr ab. Nun wird ihn die Polizei zu einem späteren Verhandlungstermin vorführen. Außerdem wird ihm Leupold ein gehöriges Ordnungsgeld aufbrummen.

Es folgen noch zwölf Verhandlungstermine, bis weit in den November hinein. Der nächste ist am Montag, 8. September, um 9 Uhr.
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