Briefe an die Redaktion "Wir haben unseren Beitrag für die Energiewende geleistet"

Vertreter der Aktionsgemeinschaft Windkraftanlagen Wolfsfeld/Ehringsfeld besuchten Landrat Richard Reisinger, um ihm die Situation ihrer von vielen Windrädern umgebenen Orte zu schildern. Bild: hfz
Zu einem Gespräch mit Landrat Reisinger trafen sich am 9. April rund 30 Bürger aus Ehringsfeld und Wolfsfeld. Sie wurden begleitet von den Bürgermeistern Stefan Braun aus Kastl und Franz Mädler aus Ursensollen. Die Bürger sprachen mit dem Landrat über "die beängstigende Entwicklung der Windkraftanlagen" rund um die beiden Orte. Auf dieses Gespräch bezieht sich der folgende Leserbrief:

Kann es wirklich sein? Die von uns gewählten und im Herbst zu wählenden Politiker können nichts tun, wenn ein kleines Tal von Windrädern umzingelt wird? Ja, das kann sein, wie wir im Gespräch mit Landrat Reisinger bestätigt bekamen. Auf der Verwaltungsebene, in den Gemeinden und im Landratsamt verhindert die baurechtliche Privilegierung im Bundesbaugesetz einen Baustopp für Windräder.

Wir Bürger sind durch die Privilegierung bei der gesamten Planung außen vor! Die Investoren nutzen mit Hochdruck die Grauzone, die der noch nicht verabschiedete Regionalplan zusätzlich bietet. Dies führt im Wolfsfelder Tal zu einem totalen Wildwuchs von Windkraftanlagen. An der Gemeindegrenze von Kastl/Illschwang/Birgland stehen fünf Windkraftanlagen der Gemeinden Illschwang und Birgland. Diese fünf Windräder beherrschen das Wolfsfelder Tal. Von Illschwang sind die Anlagen nicht zu sehen.
Das massive Werben der Investoren bei Besitzern, die für die Windkraft interessante Pachtflächen haben, bringt Unfrieden in die Dörfer. Alle in den Dorfgemeinschaften ringen um Lösungen, um den Zusammenhalt der Dörfer zu wahren. Wenn der Regionalplan steht, kommen weitere Gebiete für Windkraftanlagen dazu, die dann auch noch von uns Bürgern akzeptiert werden sollen.

Die Windkraftanlagen sind inzwischen bis 200 Meter hoch und können in Misch- oder Dorfgebieten bis auf 500 Meter Entfernung an die Häuser heran gebaut werden. Wer schon einmal in dieser Entfernung vor einer WKA gestanden ist, kennt den übermächtigen Eindruck, den diese Industriebauten machen. Die Schallemissionen einer einzelnen Windanlage liegen laut bayerischem Windatlas bei 500 Metern sicher unter 45 dB(A). Die Erfahrungen im Wolfsfelder Tal ... sind andere! Die Kastler WKA ist circa 1000 Meter vom Dorf entfernt und raubt den Bewohnern in der Nacht den Schlaf, denn regelmäßig werden die 45 dB(A) überschritten. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen entsprechen in keiner Weise dem tatsächlichen Geschehen vor Ort. Wir haben unseren Beitrag für die Wende mit aktuell acht Windenergieanlagen geleistet. Wir fordern die Politiker in unserem Landkreis auf, sich vor Ort zu informieren und sich für eine Veränderung der Gesetze auf Landes- und Bundesebene bei Windkraftanlagen einzusetzen.

Karin und Wolfgang Eger im Namen der Aktionsgemeinschaft WindkraftanlagenWolfsfeld/Ehringsfeld

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