Bürgermeister Jens Meyer im NT-Interview: Kultur von Streichkonzert verschonen
"Knallharter Standortfaktor"

Im Rathaus alles im Griff: Bürgermeister Jens Meyer, derzeit Urlaubsvertreter von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Bild: Steinbacher

Die Kultur hat Schonzeit. Derzeit "regiert" ein Kunstfreund im Rathaus, der kulturelle Angebote von bitteren Streichkonzerten gänzlich aussparen würde. "Die Einsparungen, die wie hier erreichen können, wären im Vergleich zum Schaden gering", betont Bürgermeister Jens Meyer im NT-Interview. Kultur sei "kein weicher Standortfaktor mehr, sondern ein knallharter". Nötig also, um Menschen und Firmen in die Stadt zu locken.

Gegen "punktuelle" Verbesserungen hätte der 44-Jährige natürlich nichts. So müsse die Stadt hartnäckig mit dem Freistaat verhandeln, damit der das (staatliche) Keramikmuseum bezuschusst. Darüber hinaus sei es denkbar, das Museum auf ein Geschoss zu konzentrieren - und das andere an Anwälte, Ärzte oder Gastronome zu vermieten.

Meyer vertritt OB Kurt Seggewiß während dessen Urlaubs bereits die zweite Woche. Ein offenes Geheimnis war es, dass der Bürgermeister den Parteifreund gerne als Oberbürgermeister beerbt hätte: im Jahr 2020, wenn Meyer auch noch 50 wird. Doch diese Ambitionen muss der 2. Bürgermeister zunächst begraben: Seggewiß hat frühzeitig angekündigt, in sechs Jahren nochmals antreten zu wollen. Parteifreund Meyer nimmt es ihm nicht übel. "Ich bin sehr zufrieden, wie es ist", beteuert er. Er sei auch gern Kripo-Beamter (Sachbearbeiter für Wirtschaftskriminalität). Und vor allem: Familienvater.

Im NT-Gespräch tritt Meyer für eine durchgehende Fußgängerzone ein und schlägt vor, die Erschließung des Gewerbegebiets West-IV mit Hilfe von privaten Investoren zu finanzieren. Zudem verteidigt der SPD-Mann die Anhebung der Bürgermeister-Bezüge auf monatlich 900 Euro: Es gebe keine vergleichbare Stadt, die dem 2. oder 3. Bürgermeister weniger als 1000 Euro pro Monat zugestehe. "Auch der Neustädter Vizelandrat erhält mehr als 1400 Euro." Nicht nachvollziehbar sei dagegen, dass gleichzeitig auch die Aufwandsentschädigungen der Fraktionsvorsitzenden steigen mussten. Dies habe auch nur Wolfgang Pausch (CSU) gefordert.

Das Interview in voller Länge lesen Sie in der Mittwochausgabe.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.