Cover-Party echte Alternative - Rockfans kommen in Josefshaus auf ihre Kosten
Alt-Rocker brillant kopiert

Vor ein paar Jahren lustwandelte Andreas Stock als "bayerischen Faust" im Rosengarten der Max-Reger-Halle. Da war es Sommer. Am ersten Weihnachtsfeiertag hängte der Mime das Kostüm der "Lustigen Konrader" an den Nagel, stülpte sich eine braune Plastiktüte über den Kopf und rockte als Shouter der Coverband "Noise Tattoo" durchs Josefshaus.

In seiner Rolle als Frontmann der "lärmenden Tätowierungen" war der ansonsten recht zahm und bieder wirkende Stock kaum wieder zu erkennen. Da explodierte der schwergewichtige "Butcher" zum "Bad Boy for Love", der mit seinen aggressiven "Rock'n'Roll Outlaws" die Weidener Rockfans regelrecht in die Knie zwang.

Das Vorbild der Coverband, die "Rose Tattoo" aus Australien, gibt es schon seit 30 Jahren. Und die haben derweil genug Material komponiert und getextet, um die billigere "Noise"-Version 90 Minuten lang über Wasser zu halten. Die "Clones-of-Rock"-Party am Samstagabend am Adolf-Kolping-Platz war ein Riesenerfolg. Das Josefshaus war zu Bersten voll. Die Sounds? Ein Kaleidoskop aus herrlichen Rock-Scheiben der 70er und 80er Jahre.

Stock & Co. zündeten offensichtlich auch bei "Black Purple" aus der Domstadt den Nachbrenner. Bei den "Deep-Purple"-Coverleuten aus Regensburg, zeigte sich nämlich nicht nur der ultrakurzgelockte Ian-Gillan-Ersatzmann Tommy Schuller, mit dem "Union Jack" dekoriert, bei bester Revival-Laune. Nein, die komplette Band fuhr ein heftiges Brett.

So gut wie das Original

Man jagte den "Highway Star" über die Piste, turtelte mit der "Woman from Tokyo" und holte sich schließlich mit "Child in Time" die akademische Reife. Der Song war nicht vom Original zu unterscheiden. Die wuchtigen "Purple"-Sounds landeten allesamt im Toleranzbereich. Es gab kein Ohrensausen. Im Gegenteil: Das Volk jubelte über die Überraschung des Abends.

Es entpuppte sich als glückliche Entscheidung für den Veranstalter, das granatenmäßige Rock-Festival nach Weiden zu holen. Headliner des Spektakels waren "ACDX", ein aus regionalen Musikern zusammen gewürfeltes "Angus-Young"-Kollektiv. Der Frontmann war allerdings ein Neuer: Thomas Wöhrl: "Walk allover you", "Stiff upper Lip", "Tuch to much", fast sechs Stunden Highspeed-Rock - welch Alternative zur "Stillen Nacht".