Derzeit Standortsuche - Tierschutzverein kann sich vor vierbeinigen "Neuzugängen" kaum retten
Neues Tierheim in Gewerbegebiet

Beim Tierschutzverein steht für dieses Jahr ein großes Projekt an. Vorsitzende Mariele Junak und Schatzmeister Norbert Ziegler informierten über den geplanten Neubau des Tierheims. Knapp 50 der aktuell 896 Mitglieder waren zur Jahreshauptversammlung in die Gaststätte "Zum Alten Schuster" gekommen. Aktuell werde zusammen mit Oberbürgermeister Kurt Seggewiß nach einem Gelände für ein neues Tierheim gesucht. Mehrere Grundstücke, alle in Gewerbegebieten, stünden in der engeren Auswahl.

Nach dieser Entscheidung werde man sich mit einem Architekten zusammensetzen und ein "schönes, tierschutzgerechtes und zweckmäßiges Tierheim" planen. Ziel sei, den "Tag der offenen Tür" 2015 im neuen Heim feiern zu können. Heuer finde dieser Tag am 2. Juni statt, sagte Junak. Am 4. Mai sei ein "Hundetag" mit Tombola in der Fußgängerzone geplant (siehe "Tipps und Termine" rechts). Am 19. Mai gibt es eine Info-Veranstaltung bei der US-Garrison im "P. X.".

Schnauzerwelpen zu haben

Viele Tiergeschichten haben ein "Happy End" genommen, einige nicht. Bei der Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins berichtete Vorsitzende Junak von zahlreichen schönen, aber auch ärgerlichen und traurigen Vorkommnissen bei der Arbeit für Tiere. Eine der Geschichten handelte von "Nancy". Die Zwergschnauzerhündin wurde hochträchtig abgegeben, weil ihre Besitzer zurück in die Staaten mussten. Manuela Fritsch, die als "Katzenpflege-Mami" den Tierschutzverein seit Langem unterstützt, nahm "Nancy" auf und nach wenigen Tagen kamen sieben Welpen zur Welt. Vier davon konnten inzwischen vermittelt werden. Für die Hundemami und drei Welpen werden noch neue Besitzer gesucht.
Ein wirklich übler Trend scheint sich zu etablieren. Es werden immer öfter alte und kranke Tiere im Tierheim abgegeben, weil sich die Besitzer die Kosten für den Tierarzt sparen wollen. Auch werden vermehrt Tiere abgegeben, deren Besitzer in Pflegeeinrichtungen kommen.

Die Tierschutzvereins-Chefin appellierte eindringlich an alle Hunde-, Vögel- und Katzenbesitzer, sich vor Anschaffung eines Tiers Gedanken zu machen: Was wird aus meinem Freund, wenn ich einmal nicht mehr kann? Die Zahl der als "Fundtiere" abgegebenen Hunde habe sich mit 125 um 80 Prozent erhöht, die der abgegebenen Katzen mit 286 verdoppelt, bedauerte Mariele Junak. Außerdem musste man im Tierheim elf Kaninchen, neun Hamster, vier Ratten, neun Vögel, vier Frettchen, zwei Meerschweinchen und etliche Wildtiere aufnehmen. 225 Katzen und 94 Hunde habe man in gute Hände weitergeben können.

Auch über Facebook würden die Tierschutzbelange inzwischen gepostet. Claudia Wenzl habe zwar viel Arbeit damit und müsse sich über unqualifizierte Einträge ärgern, jedoch habe auch diese Plattform schon zu Vermittlungserfolgen geführt. Stadtrat Josef Gebhardt stellte fest, dass Stadtrat und Oberbürgermeister hinter der Idee eines Tierheim-Neubaus stünden. Er betonte, dass "Tierschutz mit dem Schutz vor zu viel Nachwuchs" beginne und dankte den Verantwortlichen für ihren Einsatz.
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