Diplom-Ingenieur Ralf Stock: Demografische Entwicklung bei der Verkehrsführung beachten
Senioren geben den Takt an

Neue Konzepte für die Mobilität in Städten präsentierte Ralf Stock (Dritter von links) auf Einladung der Lokalen Agenda 21, der Volkshochschule und des ADAC Weiden im "Café Mitte". Bild: zpe

Es ging um neue Ideen zur Mobilität im städtischen Raum. Um Fakten, Trends und Empfehlungen durch Diplom-Ingenieur Ralf Stock. Der ehemalige Verkehrsexperte beim ADAC München sprach auf Einladung der Lokalen Agenda 21, der Volkshochschule und des Weidener ADAC im "Café Mitte".

"Sinn und Zweck meines Vortrags ist die Präsentation von neuen Konzepten für die Mobilität innerhalb der Kommunen." Als Beispiel führte er die neuen Begriffe "Shared Space" (geteilter Raum) oder "Simply City" an. Letzteres bedeute: weniger Schilder und Entfrachtung des städtischen Verkehrsraumes - "weniger ist mehr."

Radwegenetz verbessern

Als Hintergrund führte Stock den demografischen Wandel an. "Wir haben immer mehr Senioren und immer weniger junge Leute. Das heißt: Wir müssen den Verkehrsraum fit machen für Senioren." Nachholbedarf gebe es auch bei Möglichkeiten für Behinderte und in ihrer Mobilität Eingeschränkte in den Kommunen. Natürlich sprach der Verkehrsexperte auch Veränderungen in Weiden an. Unter anderem das Radwegenetz. Das gehöre verbessert, weil immer mehr Senioren zum Beispiel auf Pedilex umstiegen und gute und richtige Radwege benötigten. "Um da keine neuen Einbußen bei der Sicherheit zu haben, muss man entsprechend gegensteuern."

Ein weiterer Themenschwerpunkt war die Attraktivität für Behinderte durch mehr Barrierefreiheit. "Hier muss man entsprechende Angebote schaffen." Unter anderem wurde das Verkehrskonzept der Stadt Weiden diskutiert, das sich stark an neuen Einbahnstraßen orientiere. "Da bin ich skeptisch." Nicht dass er Gegner von Einbahnstraßen sei. "Aber ich habe schon oft erlebt, dass man sich damit neuen Verkehr einhandelt und das kann nicht Sinn und Zweck der Übung sein, wo man im Moment den Verkehr mindern möchte." Stock schlug den Zuhörern vor, Problempunkte in Weiden vor Ort zu inspizieren. "Dafür stehe ich gerne zur Verfügung."
Eingestimmt wurden die Gäste von "Agenda 21"-Sprecher Veit Wagner. Bundesweit gebe es 46,4 Millionen zugelassene Personenwagen. 42 Millionen davon seien tatsächlich im Verkehr. "Viele stehen nur rum, stehen auf Halde." Die Prognose liege bei 49 Millionen. Die Stehzeit eines Fahrzeugs betrage 23 Stunden. "Der Seniorenanteil wächst."

Insgesamt sei ein Umdenken erkennbar. "Der BMW-Vorstand lässt sich zum Beispiel von Jugendlichen beraten, will wissen, wie die heute eigentlich ticken." Und viele der jüngeren Menschen möchten auf den Erwerb von Autos verzichten. "Die mieten sich halt eines, wenn sie eines brauchen." Die Hersteller machten sich bereits Gedanken. Weitere Themen waren Infrastruktur und Verkehrsfluss. "Ich sage immer, die unattraktivste Infrastruktur ist der Stau."
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