06.09.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Elke Horstmann-Henn kann große Erfahrung vorweisen - Unterstützung für die ganze Familie Erste Hospizbegleiterin für Kinder

Das Netzwerk wird immer dichter. Mit Elke Horstmann-Henn verfügt der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst Weiden-Neustadt nun auch über eine speziell ausgebildete Kinderhospizbegleiterin. Ihr Ziel: Den Eltern von schwerstkranken Kindern den Rücken freizuhalten für das betroffene Kind und ihnen - neben der medizinischen Betreuung durch Ärzte und Pfleger - Unterstützung zu Hause zu bieten.

"Würde ist für mich: Menschlichkeit", heißt es auf einem Plakat des Hospizdienstes. Um Menschlichkeit geht es auch Elke Horstmann-Henn, die im Auftrag des Ambulanten Palliativberatungsdienstes Weiden-Neustadt unter Leitung von Heribert Stock ab sofort interessierten Familien als Kinderhospizbegleiterin zur Verfügung steht. Bild: Hartl
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Es geht nicht um Hilfe bei der Hausarbeit. "Ich werde vor allem begleitend tätig", erklärt die 60-Jährige. Dabei liegen ihr die Geschwisterkinder besonders am Herzen. "Erfahrungsgemäß leiden viele von ihnen unter der Situation oder sogar unter Schuldgefühlen."

Je nach Wunsch der Eltern

Elke Horstmann-Henn springt ein, wenn die Eltern Behördengänge zu erledigen haben, wenn sie mit dem kranken Kind in die Klinik müssen, aber auch, wenn die Eltern von dem kranken Kind voll in Anspruch genommen werden. "Ich kann mich um die Geschwister kümmern, ihnen vorlesen, mit den Kindern spielen oder mal etwas Besonderes unternehmen." Wenn eine entsprechende Vertrauensbasis da ist, übernimmt die 60-Jährige auch die stundenweise Betreuung des betroffenen Kindes, falls gewünscht. Wie genau die Tätigkeit aussehen soll, wird jeweils im Gespräch mit den Eltern geklärt.

Neben der Spezialausbildung bringt Elke Horstmann-Henn auch anderweitig ideale Voraussetzungen für derartige Einsätze mit: Die gelernte Erzieherin mit heilpädagogischer Ausbildung und Mutter von zwei - inzwischen erwachsenen - Kindern hat unter anderem sechs Pflegekinder betreut und zudem große Erfahrung im Umgang mit geistig oder körperlich behinderten Kindern und Jugendlichen. "Es sind alles besondere Menschen, mit denen ich bisher gearbeitet habe", sagt die 60-Jährige. "Das hat mich auch stark gemacht."

Sie verfügt über eine ganze Reihe von Zusatzausbildungen. 2007 - ein Jahr nachdem sie mit ihrer Familie in die Oberpfalz gezogen war - startete sie die Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin und war danach ein Jahr lang am Albert-Schweitzer-Hospiz in Bayreuth tätig. "Dort wurden nach der Eröffnung dringend Hospizhelfer gesucht und aus unserer Region sind damals einige hingefahren, um zu helfen", erinnert sich Heribert Stock. Der Initiator und Leiter des Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes Weiden-Neustadt/WN unter dem Dach der Malteser hat wesentlichen Anteil daran, dass das Netz in der Nordoberpfalz immer engmaschiger wird.

Frühzeitige Hilfe

"Es geht um eine ambulante, spirituelle und psychosoziale Begleitung für einige Stunden pro Woche", erklärt Stock den Aufgabenbereich der Kinderhospizbegleiterin. Sobald Eltern erfahren, dass ihr Kind an einer lebensverkürzenden Krankheit leidet, können sie die Unterstützung von Elke Horstmann-Henn in Anspruch nehmen. "Der Hospizdienst ist nicht nur für die letzte Lebensphase da", betont Stock.

Elke Horstmann-Henn möchte den Eltern Mut machen, ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn aus der Erfahrung als Hospizbegleiterin für Erwachsene weiß sie: "Viele Familien ziehen sich zurück, glauben, sie schaffen das alleine. Doch damit sind sie sehr oft überfordert." Dabei ist ihr klar, dass es natürlich "großes Vertrauen erfordert, mich in die Familie zu holen". Dazu noch eine Bemerkung: Der Einsatz der ehrenamtlichen Kinderhospizbegleiterin ist nicht nur kostenlos, er unterliegt selbstverständlich auch der Schweigepflicht.

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