Energetische Aufrüstung städtischer Gebäude verschlingt Unsummen
Langer Atem bei Sanierung

Gut ein Jahr hat die Verwaltung in die Untersuchung investiert. Gesucht sind - auf SPD-Antrag - zwei städtische Gebäude, bei denen sich die energetische Sanierung besonders lohnt. Untersucht wurden das Augustinus-Gymnasium, das Friedhofswärterhäuschen am Stadtfriedhof, die Rehbühlschule sowie die Hans-Sauer- und Hans-Schelter-Schule. Doch die Ergebnisse, die Rechtsdezernent Hermann Hubmann präsentierte, entsprachen nicht den Erwartungen der Stadträte.

Nicht überraschen dürfte, dass sich die Investitionen nicht von heute auf morgen amortisieren. Lange Gesichter gab es dennoch im Energiewendeausschuss: Bei der Hans-Sauer-Schule müsste die Stadt 72 Jahre warten, bis durch die eingesparte Energie der Einsatz von 643 000 Euro in den Neubau abgezahlt ist. Da die Sanierung der Dachabdichtung, der Fenster und der Fassadenkonstruktion aufgrund des Alters der Bauwerke anstehe, könnte die Energieeinsparung jedoch mit einer Amortisationsdauer von 33 Jahren angesetzt werden und liege damit wieder im wirtschaftlichen Bereich, meint das beauftragte Architekturbüro.

Wirtschaftlich ist die energetische Sanierung des Altbaus der Rothenstädter Schule, deren Gebäude sich "in einem dem Baujahr entsprechend schlechten Zustand" befindet. Das Architekturbüro hat die Sanierung der Fassade mit Wärmedämmverbundsystem und den Austausch der noch nicht sanierten Fenster und Eingangstüren vorgesehen. Es schätzt die Kosten auf 256 000 Euro und rechtet mit einer Amortisationsdauer von 32 Jahren.
Noch mehr Aufwand verursacht die Rehbühlschule. Um die Schäden an Fassade, Fenstern, Dachflächen zu beheben und das Gebäude energetisch auf den akutellen Stand zu bringen, wären rund 1,150 Millionen Euro erforderlich. Der Gutachter schlägt eine dreijährige Sanierungsphase vor, um die Aufgabe bewältigen zu können. Unterm Strich soll die rechnerische Energieeinsparung von rund 41 000 Euro pro Jahr stehen.

Bewusst als kleineres Objekt wurde das Friedhofswärterhaus ausgewählt, das zwar einen gepflegten Gesamteindruck vermittle. An der Kellerumfassung aber zeigen sich Feuchteschäden (Korrosion, Schimmel). Dem Mauerwerk aus Vollziegel fehle ein zeitgemäßer Wärmeschutz. Die Dachfläche im bewohnten Bereich ist zwar gedämmt. Allerdings entspricht die Dämmung nicht dem aktuellen Stand der Technik. Dies gilt auch für die Zwei-Scheiben-Isolierverglasung. Ein Fensteraustausch wird jedoch als unwirtschaftlich gesehen. Der Ölkessel soll in den nächsten fünf Jahren erneuert werden. Von einer generellen Sanierung raten die Gutachter jedoch ab. "Die errechnete Amortisationszeit liegt über der technischen Lebenszeit der Bau- und Anlagendauer."
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