14.03.2009 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Erinnerungen an "Boder Schorsch" - Aktiv im Musikverein Bleibende Verdienste

von Autor TMLProfil

Der bekannte Friseurmeister und langjährige Vorstand des Musikvereins Georg Franz hätte vergangenen Mittwoch 100. Geburtstag feiern können. Der "Boder-Schorsch", geboren am 11. März 1909 in Waldsassen als Sohn des approbierten Baders und Friseurmeisters Andreas Franz und dessen Ehefrau Petronella, erlernte bei seinem Vater das Friseurhandwerk. 1927 zog es den jungen Mann nach Oberbayern. Doch schon im Herbst 1928 kehrte er in die Klosterstadt zurück und war als Friseur tätig.

Nach dem Tod seines Vaters 1932 übernahm er das elterliche Friseurgeschäft. 1935 hat er geheiratet, aus seiner Ehe sind zwei Söhne hervorgegangen. 1939 übernahm er auch das elterliche Anwesen. Von 1940 bis 1945 musste Georg Franz Kriegsdienst leisten, kehrte im Herbst 1945 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft heim.

Mehrere Instrumente

Durch seinen Vater Andreas Franz war der Sohn Georg nicht nur zu seinem Beruf gekommen, sondern auch zum Musikverein und hatte dabei mehrere Instrumente erlernt, darunter Posaune und Violine. Schon 1912 hatte der Vater im Musikverein das Amt des Geschäfts- und Schriftführers übernommen und diese Funktion bis zu seinem Tod 1932 inne. So blieb dem Sohn Georg gar nichts anderes übrig, als diese Aufgabe in der Nachfolge des Vaters ab 1933 zu fortzuführen. Hinzu kam, dass der "Boder-Schorsch" auch im Musikverein aktiv mitspielte.

Wieder ein Orchester

Als nach dem Zweiten Weltkrieg der Musikverein im Herbst 1945 wieder begründet und neu aufgebaut werden musste, ergriff Georg Franz die Initiative. Trotz vieler Schwierigkeiten konnte wieder ein Orchester entstehen. Im Frühjahr 1946 wurde Georg Franz wieder zum Schriftführer gewählt und übernahm 1950 auch das Amt des Kassiers. 1957 zum Ehrenmitglied ernannt, wurde er am 1. Februar 1959 zum geschäftsführenden Vorstand des Musikvereins berufen. Zum 60-jährigen Bestehen 1961 verfasste Georg Franz eine ausführliche Chronik des Musikvereins.

1963 wählte ihn die Generalversammlung auch zum neuen Vorstand. Doch musste er diese Ämter wegen seiner beruflichen Belastungen als Friseur-Geschäftsinhaber, als Obermeister der Handwerker-Innung und als Lehrer an der Berufsschule 1966 wieder abgeben. Im Protokollbuch des Vereins heißt es dazu: "Mit Georg Franz ist ein Mann aus der Vorstandschaft ausgeschieden, der eigentlich aus dem Musikleben innerhalb der Stadtkapelle und des Musikvereins nicht wegzudenken ist."

Bundesverdienstkreuz

Doch im Februar 1970 wurde Georg Franz erneut zum Geschäftsführer der Stadtkapelle berufen und übernahm 1972 auch wieder das Amt des Vorsitzenden, das er ununterbrochen bis zu seinem Tod inne hatte. Franz war im Oktober 1975 das Bundesverdienstkreuz verliehen worden und wurde zum 70. Geburtstag im März 1979 Ehren-Kreishandwerksmeister ernannt.

Während der Vorbereitungen zum 80. Gründungsfest des Musikvereins im Frühjahr 1981 erkrankte er plötzlich schwer und ist 23. Mai 1981 verstorben. Sein Tod hinterließ in seiner Familie und beim Musikverein eine große Lücke.

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