Faszinierende Tanz-Show hinterm Vorhang - Aber nur 150 Zuschauer
Magisches Schattendasein

Ein traumhafter Trip hinter der Leinwand: Der "Magic Shadows"-Schmied lässt die Funken fliegen. Bild: Kunz
Das Herz der Bühne ist weiß. Eine riesige Leinwand, eingehüllt vom Vorhang. Sie ist die Projektionsfläche für eine einzigartige Verwandlungsfähigkeit. Die Bilder, die hier geschaffen werden, sind spektakuläre und anmutige Szenen. Es geht hier nicht nur um Tanz, es geht um die Choreographie der Schatten, um "Magic Shadows."

Musik und Rhythmen begleiten die schemenhaften Künstler im Schattenreich. Leider teilen nur 150 Besucher das Schattendasein der Tänzer und Akrobaten. Unter der Regie von Florian Berger ("Wenn Sie nicht an Magie glauben, werden sie diese niemals finden") schaffen die in Wien ansässigen Künstler Figuren, Tiere, Menschen und bauliche Ensembles, wie man das vorher noch nie gesehen hat.

Das geht recht flink. Vier Personen tauchen hinter der Leinwand auf, verschmelzen, und plötzlich führt ein Nomade sein Kamel durch die Wüste. Im Kino-Teil gibt es den Showdown aus einem Westernfilm. Leonardo di Caprio steht neben Kate Winslet am Bug der Titanic, E.T. radelt zum Mond, James Bond ballert, und der Jolly Roger, das Logo aus "Fluch der Karibik", taucht auf. Die "Flowmotion Dance Company" nimmt die Gäste mit auf eine Reise in eine faszinierende Welt. Es handelt sich keineswegs nur um ein Schattenspiel hinter weißer Leinwand. Die Show ist genauso bunt. So suchen die Protagonisten eingangs die verstorbene Königsgemahlin im schwarz-weißen Schattenreich, während später ein Schmied in seiner vielfarbigen Werkstatt hämmert.

Aufwendige Animationen

Die Produktion zaubert aufwendig gestaltete Kurzanimationen. Da überqueren fahrende Autos die Straße, gleiten Gondeln durch Venedig. Die Besucher werden gefangen in einer visuellen Welt. Sie erleben das Brandenburger Tor, die Titanic, die Türkei. Alle Figuren und Formen geschaffen mit menschlichen Körpern.

Am Anfang wird die Geschäftigkeit auf der Straße gezeigt. Leute kommen und gehen. Dann findet ein Mädchen einen Computer, der die Umwelt greller macht und bunt. Industriegebäude entstehen, Windräder, Symbole für den technischen Fortschritt. Aber auch Meerjungfrauen und Sonnenuntergänge. Natürlich lassen sich die Tänzer dann auch vor der Leinwand bejubeln. Viel Applaus für die etwas andere Darbietung.
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