29.08.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ferien und schwächelnde Konjunktur die Gründe - Arbeitslosenquote steigt von 4,5 auf 4,7 Prozent Flaute auf dem Arbeitsmarkt

Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt in der ersten Jahreshälfte ist zum Stillstand gekommen. Natürlich beeinflusst die Urlaubs- und Ferienzeit den regionalen Arbeitsmarkt, aber auch fehlende konjunkturelle Impulse würden eine Rolle spielen, fasst Thomas Würdinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden, die Situation zusammen. "Zusätzlich beeinflusst das Ende von schulischen und betrieblichen Ausbildungen die aktuellen Arbeitslosenzahlen."

Im Vorjahr lag die Arbeitslosenquote noch etwas höher. Grafik: NT/AZ
von Redaktion OnetzProfil

Im Ferienmonat August hat sich im Weidener Bezirk der Agentur für Arbeit die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 341 Menschen auf 5545 erhöht (plus 6,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg von 4,5 Prozent im Juli auf 4,7 Prozent (August 2012: 4,8 Prozent). Deutlich gesunken ist der Anteil der arbeitslosen Männer und Frauen, die im August eine Erwerbstätigkeit aufgenommen haben (minus 28,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat).

Hartz IV: Anstieg geringer

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, der sensibler und schneller auf Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt reagiert, ist die Anzahl Arbeitsloser gegenüber dem Vormonat um 265 Personen (plus 11,8 Prozent) gestiegen. Im Berichtsmonat wurden insgesamt 2520 Erwerbslose dieses Rechtskreises von der Agentur für Arbeit Weiden betreut. Dies waren 210 Personen weniger (minus 7,7 Prozent) als im August 2013. Saisonüblich haben sich viele Schulabgänger, Ausbildungsabsolventen und Arbeitnehmer aus befristeten Beschäftigungsverhältnissen aktuell arbeitslos gemeldet.

Im Hartz IV-Bereich ist die Zahl der arbeitslosen Menschen ebenfalls gestiegen. Es wurden rund 150 Personen mehr gezählt (plus 5,3 Prozent) als im Vorjahresmonat, oder 80 Menschen mehr als im Juli 2014. Damit wurden insgesamt rund 3030 Männer und Frauen von den Jobcentern betreut. Der Anteil der Personen, die länger als ein Jahr arbeitslos sind, ist deutlich gestiegen. Mittlerweile gehören knapp 45 Prozent aller Hartz IV-Empfänger zu der Gruppe der Langzeitarbeitslosen, teilte Würdinger mit. "Insbesondere bei den zurzeit geringen Einstellungsprozessen, appellieren wir an unsere Arbeitgeber, auch Kunden aus dem Bereich SGB II zu berücksichtigen. Oftmals zeigen sich viele gute Potenziale bei persönlichen Vorstellungsgesprächen."

Mehr Frauen als Männer

Nach Personengruppen betrachtet entwickelte sich die Arbeitslosigkeit sehr unterschiedlich. Von den insgesamt 5545 arbeitslosen Personen waren 2814 weiblich und 2731 männlich. 35,2 Prozent aller arbeitslos gemeldeten Menschen waren 50 Jahre und älter.

Rund 1710 Menschen waren länger als ein Jahr auf der Suche nach einem neuen Arbeitsverhältnis (30,9 Prozent aller arbeitslos registrierten Personen). Im Vergleich zum August 2013 hat sich diese Zahl um rund 90 Personen bzw. 5,6 Prozent erhöht.

Der Anteil der arbeitslos gemeldeten Männer und Frauen mit Behinderungen betrug 10,5 Prozent (13,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat).

Jahreszeitlich bedingt ist ein deutlicher Anstieg bei den arbeitslos gemeldeten Jugendlichen zu verzeichnen: Mit knapp 800 Jugendlichen waren im Berichtsmonat 14,4 Prozent aller Arbeitslosen 15 bis 25 Jahre alt. Dies waren 31,5 Prozent bzw. ca. 190 Personen mehr als im Juli 2013.

Im Monat August meldeten sich 1500 Männer und Frauen neu oder erneut bei der Arbeitsagentur arbeitslos. Dies waren rund 200 Personen (plus 15,0 Prozent) mehr als im Vormonat und rund 330 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr (minus 18,2 Prozent). Rund 620 Menschen meldeten sich nach Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses arbeitslos, weitere 440 Personen wurden nach einer Ausbildung oder einer Fort- bzw. Weiterbildung arbeitslos.

Arbeitslosigkeit beendet

Ihre Arbeitslosigkeit konnten rund 1160 Männer und Frauen beenden. Dies waren rund 220 Personen weniger (minus 16,0 Prozent) als im August 2013. Erfolgreich bei der Suche nach einer Beschäftigung waren 390 Personen (28,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat) und 150 Menschen starteten eine Ausbildung oder eine sonstige Weiterbildung.

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