Freiwillige Leistungen abgelehnt: Gegen große Küche für Kinderhaus
Stadträte bleiben hart

Es geht um den Neubau des Kinderhauses St. Elisabeth. Der geht wohl zügig voran, wartet aber dennoch mit Überraschungen auf. So soll die Stadt plötzlich Mehrkosten in Höhe von über 55 000 Euro übernehmen. Die Fraktionen aber sperren sich. Sowohl im Finanzausschuss als auch im Stadtrat stimmten sie mit Ausnahme der Grünen dagegen.

Als die Defizitvereinbarung Ende November 2011 unterschrieben wurde, war nur eine kleine Küche geplant, in der die Kinder auch essen sollten. Jetzt aber soll plötzlich frisch gekocht und nicht beliefert werden. Der bisher auch für das Essen geplante Raum würde nur für die Küche gebraucht, die Kosten aber würden damit von 20 000 auf fast 95 000 Euro explodieren.

Doch damit nicht genug. Für die neue Küche müsste auch eine Köchin beschäftigt werden. Und die Stadt müsste 80 Prozent der für sie anfallenden Kosten übernehmen.

SPD-Fraktionschef Roland Richter sah durchaus einen gewissen Sinn in einer eigenen Küche. "Aber was beschlossen ist, soll gelten." Zusammen mit den CSU-Kollegen Wolfgang Pausch und Hans Blum warnte er davor, ein "neues Fass aufzumachen". "Das weckt Begehrlichkeiten."

Dagegen bezeichnete es Gisela Helgath (Grüne) als toll, eine Küche vor Ort zu haben. Dort könnten regionale Produkte verarbeitet werden. Die Kinder hätten einen Bezug zu den wirklich wichtigen Dingen im Leben. Solche Angebote seien bedeutend für eine kinderfreundliche Stadt. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß wehrte sich gegen die Unterstellung, Weiden sei nicht kinder- und familienfreundlich. Er verwies auf die Zahl der Krippenplätze, die man von 26 auf bald 130 erhöht habe. Walter Leupold (CSU) und sein Fraktionskollege Alois Lukas sowie Alois Schinabeck (SPD) warnten vor weiteren Unterstellungen, das gelieferte Essen sei nicht aus der Region und auch nicht gut. Pausch: "AWO und Klinikum oder andere tischen doch keine schlechtere Qualität auf."
Und zu den Mehrkosten sagte Richter: "Die Grünen würden freiwillige Leistungen sonst immer kritisch sehen. Genau das aber ist eine."

Schwimmverein geht baden

Im Finanzausschuss hatten die Stadträte schon bei einer anderen freiwilligen Leistung die Signale auf Rot gestellt. So wollte der Schwimmverein, dass die Stadt die Kosten für ein Roll-/Zufahrtstor in Höhe von 29 000 Euro übernimmt. Der Bitte wurde nicht nachgegeben.
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