Herrlichstes Frühlingswetter lockte 40 Natur- und Heimatinteressierte nach Ehenfeld. "Grenzgänge und Mühlsteine" lautete das Thema einer gut dreistündigen Wanderung unter Leitung der Geologin Dr. Angela Wirsing.
Eingeladen hatte der Arbeitskreis Obere Vils/Ehenbach (AOVE). Die Geologin stellte sich eingangs kurz vor, ehe sich die Gruppe auf den Weg durch die Geschichte machte.
Zwischen Ehenfeld und Rödlas liegen Gesteinschichten unterschiedlichen Alters in teils scharfen Grenzen nebeneinander. Die Ältesten sind Gerölle aus Granit und Quarz, die vor rund 280 Millionen Jahren von einem Hochgebirge (heute der Oberpfälzer Wald) in ein großes Becken verfrachtet wurden. 100 Millionen Jahre später war das Gebiet von einem flachen Meer bedeckt, in dem feinkörnige Sande zur Ablagerung kamen. Die jüngsten Schichten stammen aus der Kreidezeit, sind knapp 90 Millionen Jahre alt und wurden hauptsächlich durch Flüsse aus den umliegenden Mittelgebirgen angeliefert.
Verschiedene Phasen der Auffaltung der Alpen führten zu einem Verbiegen und Zerbrechen der vorher abgelagerten Gesteinspakete. Durch das Herausheben von bis zu 1500 Meter, was nicht ohne heftigere Erdbeben vonstatten ging, kamen die Gesteine schlussendlich nebeneinander zum Liegen.
Entlang dieser Störungen, zum Beispiel der Freihunger Störung, wurde Kieselsäure freigesetzt, die zu einer extremen Verhärtung der hier vorkommenden Sandsteine führte. Diese wurden zig Millionen Jahre später, bis Ende des 19. Jahrhunderts, als Mühlsteine gebrochen und bis nach Österreich verkauft. Noch heute gibt es zwischen Ehenfeld, Rödlas und Massenricht verschiedene Mühlsteinlöcher zu besichtigen, der größte davon ist der Mühlsteinbruch südwestlich von Massenricht.












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