28.08.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Geschichten über Farbe, die unter die Haut gehen - Tattoos aus der Oberpfalz Bestechende Bilder

Jasmina Walker aus Weiden hat 13 Tattoos auf ihrer Haut. Ihr erstes hat sie mit 16 Jahren bekommen. Das war der Beginn ihrer tattooreichen Zukunft: Vom Fuß zum Arm, zu den Schultern, zum Bauch und wieder zum Arm - bis auf das Gesicht und den Hals sind keine Körperstellen tabu. Die Optik entscheidet: "Es muss nur gut aussehen." Bild: Johnny Diamond
von Christian Gold Kontakt Profil

Was treibt Menschen dazu, sich mit Nadel und Farbe ein Motiv unter die Haut stechen zu lassen? Was ist das eigentlich für ein Typ, der 800 bis 5000 Mal pro Minute in die Haut sticht? Wir haben mit Leuten aus der Region gesprochen, die Tattoos haben und Tattoos professionell stechen.

13 Motive zieren Jasminas Körper. Auf dem rechten Arm der 19-jährigen Schülerin aus Weiden gibt es kaum einen Flecken Haut, der nicht koloriert ist. Angefangen hat alles, als Jasmina 16 Jahre war. Das erste Tattoo, eine Rose umhüllt von einem Lorbeerkranz auf dem rechten Mittelfuß, war die eigene Belohnung für den bestandenen Realschulabschluss. "Ich fand es schön und wollte es einfach mal ausprobieren."

"Schiss" beim ersten Mal

Die meisten Tattoos auf Jasminas Haut haben für sie eine tiefere Bedeutung: die Eule, mit dem Schlüssel im Schnabel, der in das Schlüsselloch des Herzens passt. Sie ist das Wächtersymbol für Gefühle und Liebe. Die Skyline von Weiden mit dem alten Rathaus verweist auf ihre Herkunft. Der Traumfänger mit Feder, Bär und indianischem Gesicht ist eine Erinnerung an die Großmutter. Sie gehörte dem Stamm der Cherokee-Indianer an.

"Beim ersten Mal hatte ich schon Schiss davor, aber dann weiß man, was auf einen zukommt und man stellt sich darauf ein." Worte einer Jugendlichen, die mit ihren Tattoos auch Stellung zur Gesellschaft nehmen möchte - ihrer Persönlichkeit Ausdruck verleiht und Erinnerungen festhält.

Fast jeder Dritte tätowiert

Jasmina gehört laut dem Institut für Demoskopie in Allensbach zu den 30 Prozent der 16- bis 29-jährigen Frauen in Deutschland, die tätowiert sind. Bei Männern der gleichen Altersgruppe sind es lediglich 18 Prozent. In der Gesamtbevölkerung haben derzeit 13 Prozent Tattoos. 2003 waren es erst neun Prozent.

Ungeachtet aller Risiken entscheiden sich in Deutschland immer mehr Menschen dazu, die meist schmerzhafte Prozedur auf sich zu nehmen. Auch in unserer Region gleicht an manchen Badetagen die Liegewiese eines Freibades einem Freiluft-Atelier für Tattoo-Künste.

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Die ganze Online-Story im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/tattoo

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