24.03.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Gutachten: Lehrer leiden unter Lösemittel in der Luft Rätsel um Kopfweh

von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Die Kopfschmerzen von Klassleitern der Max-Reger-Schule bereiten den Verantwortlichen bei der Stadt nicht länger Kopfzerbrechen: Nach Messungen und einem Gutachten des Umweltamtes bestätigte sich der Verdacht, dass die Beschwerden mit Emissionen aus dem benachbarten Lackierbetrieb zusammenhängen. Die Firma soll ihren Entlüftungskamin nun um 5,5 auf zehn Meter erhöhen. Dem Vernehmen nach hat der Inhaber dies ohnehin längst geplant.

Auslöser der Untersuchungen war das Kopfweh von Pädagogen, die in den fünf Klassencontainern der Reger-Schule unterrichten. Die Öffnungen, aus denen lösemittelhaltige Abluft strömt, sind zehn bis 30 Meter entfernt. Im November betraute die Stadt das Medizinische Fachlabor mit Messungen inner- und außerhalb der Räume. Wobei die organischen Lösemittel auch drinnen "deutlich riechbar" gewesen seien und "in Verbindung mit der niedrigen Luftfeuchtigkeit und den Elektroheizern zu einem unangenehmen Raumklima geführt" hätten, heißt es in der Expertise.

Die Gutachter kommen zum Ergebnis, dass lösemittelhaltige Luft besonders bei Winden aus nördlicher Richtung zu den Containern gelangt. Sämtliche Grenzwerte für die Schadstoffbelastung würden aber unterschritten - teils deutlich. Laut Dr. Hildegard Schott, Leiterin des Kompetenzzentrums für Gesundheitswesen, "besteht kein Hinweis auf Gesundheitsgefahren für Lehrer und Schüler". Umweltingenieur Hubert Seidl bemängelt jedoch, dass der Entlüftungskamin "nicht dem Stand der Technik" entspricht. Solange er nicht erhöht wird, sollen daher in der großen Schulpause auch die Lackierer pausieren: von 9.45 bis 10.05 Uhr.

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