28.08.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Hochtour des Weidener Alpenvereins - Hüttenkirchweih am 14. September Auf "Ötzis" Spuren

Spätestens seit Anfang der 1990er Jahre sind die Ötztaler Alpen weltweit bekannt: wegen der legendären Gletschermumie "Ötzi". Die diesjährige Hochtour des Weidener Alpenvereins führte in genau diese Grenzregion, zwischen Tirol und Südtirol gelegen. Was allerdings weniger mit der Mumie zu tun hatte.

Touren ins ewige Eis unternahmen Mitglieder des Alpenvereins bei ihren Wanderungen im Ötztal.
von Autor FEIProfil

Die Tourenführer Werner Götz und Fritz Ratzinger hatten dieses Gebiet vielmehr wegen der ideal gelegenen Martin-Busch-Hütte in rund 2500 Metern Höhe und der Routenvielfalt rund um das Schutzhaus ausgewählt.

Vor dem Abenteuer stand jedoch erst einmal Theorie auf dem Programm, wobei die angehenden Hochtourengeher Grundlegendes sowie den korrekten Umgang mit der umfangreichen Ausrüstung für eine Wanderung in Eis und Schnee lernten.

Die Praxis brachte dann am ersten Tourentag die Besteigung des eisüberzogenen Similaun (3606 Meter). Das grandiose Panorama blieb den Bergsteigern am Gipfel jedoch verwehrt: Die umliegenden Dreitausender versteckten sich hinter dichten Wolken und Nebelfetzen. Trotzdem war es natürlich ein ganz besonderes Erlebnis, eine Tour ins ewige Eis erfolgreich bewältigt zu haben.

Wetter spielt nicht mit

Aber das Wetter sollte auch weiter nicht mitspielen. Wegen Dauerregens mussten Götz und Ratzinger auf die Tour zur Fineilspitze (3514 Meter) verzichten und fassten stattdessen die gletscherfreie Besteigung des Saykogels (3360 Meter) ins Auge. Die miesen Bedingungen zwangen die Tourengeher jedoch auf rund 3200 Metern Höhe zur Umkehr. Erst als sich mittags das Wetter besserte, nahmen die Weidener - aufgeteilt in kleine Gruppen - wieder neue Ziele ins Visier. Besonders Sportliche erklommen die Kreuzspitze (3455 Meter), einen der höchsten "wanderbaren" Gipfel der Ostalpen.

Ein aneres Quartett näherte sich dem Marzellkamm, der wegen akuter Felssturzgefahr für Begehungen gesperrt ist. Aus sicherer Entfernung bewunderte die Vierergruppe die herrlichen Einblicke in die Nordabstürze des Similaun und auf den spaltendurchsetzten Marzellferner. Deutlich waren Risse im Fels zu erkennen, die als Folge von Erderwärmung, Gletscherschwund und fehlendem Permafrost einen gewaltigen Abbruch befürchten lassen. Auch wenn nicht alle ursprünglich geplanten Gipfelziele erreicht wurden, tat dies der Moral unter den Teilnehmern keinen Abbruch. Unisono lobten sie die umsichtige Leitung und das bemerkenswerte Engagement der beiden Bergführer.

Schmankerl und Klettern

Die nächste Monatsversammlung des Alpenvereins ist am Dienstag, 9. September, um 20 Uhr im "Postkeller". Am Sonntag, 14. September, folgt die Hüttenkirchweih rund um die vereinseigene Steinwaldhütte (Pfaben). Dort gibt einen Feld-Gottesdienst um 10.30 Uhr, begleitet vom Wildenauer Männerchor. Anschließend stehen Schmankerl vom Grill und aus dem Kessel ebenso auf der Speisekarte wie Brotzeiten. Vorsitzender Stefan Schönberger und Hüttenwart Wolfgang Bäumler laden neben Vereinsmitgliedern auch Interessierte ein. Für Kinder und Jugendliche besteht die Möglichkeit, unter Anleitung und Sicherung an den nahe gelegenen Felsmassiven im Steinwald zu klettern.

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