30.12.2009 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Im Januar gründet sich neue Gruppe gegen Windräder - Nicht pauschal gegen alternative Energien Bürgerinitiative, die Zweite

Den Windkraftgegnern geht die Energie nicht aus. Zum Jahresbeginn wollen Weidener Bürger nun die zweite Bürgerinitiative (BI) gründen, die Windrädern im Stadtgebiet kritisch gegenübersteht. Am 24. Januar um 19 Uhr im Postkeller trifft sich die BI erstmals.

von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Bisher habe sich ein Kreis von 30 bis 40 Leuten zusammengefunden, erklärt Organisator Thomas Hys gegenüber unserer Zeitung. Die Gruppe will ihr Anliegen positiv formulieren: "Wir sind nicht grundsätzlich gegen die Windkraft, wir sind für die Erhaltung des Naherholungsgebiets am Fischerberg."

Keine Konkurrenz

Mit der Bürgerinitiative in Matzlesrieth sei die Gründung abgeklärt. "Ich habe mit Hans Balk gesprochen. Auch er ist der Meinung, dass eine weitere Initiative sinnvoll ist, jetzt da auch das direkte Stadtgebiet betroffen ist", sagt Hys. Dies bedeute jedoch nicht, dass eine spätere Fusion beider Gruppen ausgeschlossen sei. Überhaupt ist es ihm wichtig, dass die Stadtteile nicht gegeneinander arbeiten.

Obwohl Hys als Richter am Landgericht tätig ist, plant die BI vorerst keine juristischen Schritte. Hys möchte die Entscheidungsträger mit Argumenten überzeugen. Und da gibt es seiner Meinung nach genug. So führt er die dichte Besiedlung an. In Nordrhein Westfalen, dem Bundesland mit den meisten Windkraftanlagen, werde eine Entfernung zu Wohngebieten von 1500 Metern empfohlen. "In Weiden gibt es keinen geeigneten Platz, der weiter als 600 Meter von bewohntem Gebiet entfernt ist", argumentiert Hys.

Weitere Bebauung droht

Vor allem spreche aber der Naturschutzgedanke, gegen die Windkraftanlagen. "Für die Landesgartenschau sollen Millionen für künstliche Grünanlagen ausgegeben werden. Gleichzeitig wird der vorhandenen Natur Schaden zugefügt." Weiter fragt er sich, ob durch Windräder auf dem Fischerberg nicht die Voraussetzung für neue Bauprojekte geschaffen werden. "Wenn dort Windräder stehen, ist es zur Verlängerung der Süd-Ost-Tangente nur ein kleiner Schritt."

Bei dem Treffen am 24. Januar soll nun Weidenern ein Forum geboten werden, die sich ebenfalls Sorgen um die Natur rund um die Stadt machen. Hys erklärt, er habe in vielen Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass es davon viele gibt. "Die Menschen sind nicht gegen alternative Energieformen", sagt er. Aber sie würden sich auch die Frage stellen, ob es in Weiden ausgerechnet die Windkraft sein muss.

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