Infotag über Darm in der Max-Reger-Halle - Tagesschau-Sprecher Jan Hofer übernimmt Moderation
Darmkrebs: neue OP-Methode

Unter dem Motto "Durch dick und dünn - Leben mit dem Darmkrebs" lädt das Darmkrebszentrum des Klinikums Weiden am Samstag, 11. Mai, zu einer Informationsveranstaltung für Patienten, Angehörige und Interessierte in die Max-Reger-Halle ein. Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl informierte im Vorfeld der Veranstaltung über eine sehr komplizierte und noch relativ neue Operationsmethode.

Sie wird seit rund zwei Jahren am Klinikum Weiden zur Behandlung von Patienten mit Dickdarmkarzinom angewendet, wenn nach operativer Entfernung des Primärtumors das Bauchfell bereits von Metastasen befallen ist.

Die sogenannte "HIPEC-Therapie" (hypertherme intraperitoneale Chemoperfusion) wurde bereits in den 80er Jahren erstmals von einem amerikanischen Mediziner beschrieben, am Darmkrebszentrum Weiden wird sie seit rund zwei Jahren genutzt. Bevor sich die behandelnden Ärzte zu dieser Behandlungsmethode entschließen, wird der Fall eines Patienten mit allen Ärzten in der so genannten "Tumorkonferenz" ausführlich diskutiert.

Entscheiden sich die Experten für die Behandlung, wird sie dem Patienten erklärt, er muss seine Zustimmung zum komplizierten Verfahren geben. Der Patient muss sich nach umfassender Risikoaufklärung entscheiden, ob er sich der äußerst anstrengenden Behandlung unterziehen will. In einer bis zu zehnstündigen Operation wird das Bauchfell an den befallenen Stellen abgezogen, anschließend wird der Bauchraum, mit einer 42 Grad warmen Kochsalzlösung, die mit einem Chemotherapeutikum gemischt wurde, 30 bis 90 Minuten lang gespült.
Nicht sichtbare Tumorzellen werden dabei abgetötet, da Tumorzellen deutlich empfindlicher auf Hitze reagieren als gesunde Zellen. Im Unterschied zu anderen Chemotherapien wird das Chemotherapeutikum nicht intravenös verabreicht, vielmehr wird es direkt in den Bauchraum gespült. Der Patient hat mit der Behandlungsmethode eine gute Heilungschance.

"Neues Zeitalter"

Die Methode gehört noch nicht zu den Standardtherapien, die durch exakte Leitlinien reglementiert sind. Sie zeigt bislang sehr gute Behandlungsergebnisse und wird dem Patienten von Ärzten vorgeschlagen, wenn sie sinnvoll erscheint. Prof. Dietl: "Die Zeit und entsprechende Studien werden die Sinnhaftigkeit belegen. Die Methode läutet ein neues Zeitalter ein."

Zur Information von Patienten und zur Motivation für regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen lädt das Darmkrebszentrum am 11. Mai von 11 bis 14 Uhr zur Informationsveranstaltung in die Max-Reger-Halle ein. Tagesschausprecher Jan Hofer wird die Moderation zahlreicher Gesprächsrunden zum Thema übernehmen.
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