Insgesamt 6000 Besucher bei Literaturtagen 2013 - Sabine Guhl: Von Hildebrandt bis Zöpfl alles ...
Volles Haus sogar am Fußballabend

Selbst die Champions-League konnte den Literaturtagen nichts anhaben: Auch während Dortmund und Bayern kickten, lasen die Autoren in Weiden vor vollem Haus. "Wir sind total zufrieden", schwärmt Sabine Guhl, die Leiterin der Regionalbibliothek und Chefin des Organisationsteams, über die Veranstaltungsreihe. "Wir hatten einen super-Besuch und eine gute Stimmung."

Nach Literatur pur: Genießen Sie jetzt die entspannten Fernsehabende?

Guhl: Eher die Gartenarbeit. Das ist das, was liegengeblieben ist.

Haben Sie alle Lesungen, Auftritte, Vorträge während der zehn Tage miterlebt?

Guhl: Natürlich. Bis auf die Schullesungen, die teilweise zeitgleich stattfanden. Ohne die Buchhändler wär's da nicht gegangen. Aber ich war bei jedem Autor, der in Schulen las, zumindest einmal dabei.

Ein mächtiges Programm.

Guhl: Ein mächtig schönes Programm! Sie erleben ja viel dabei, lernen neue, interessante Menschen kennen. Das ist eine Bereicherung.
Auch für die Autoren?

Sie schwärmen schon mal, dass die Weidener Literaturtage einen so guten Ruf hätten. Viele sind dankbar, dass sie hier so umsorgt werden. Und von der Weidener Fußgängerzone sind sie total begeistert.

Wer konnte Sie heuer besonders begeistern?

Guhl: Dieter Hildebrandt. Schon auf der Bühne war er ein echter Höhepunkt. Und danach auch im persönlichen Gespräch. Er hat viel aus früheren Zeiten erzählt. Man muss sich das mal vorstellen: Der Mann wird 87 im nächsten Monat, ist geistig und körperlich fit. Seitdem sage ich: Ich möchte auch mal alt werden.

Hat Ihnen Hellmuth Karasek einen Exklusiv-Witz erzählt?

Guhl: In unserer Runde hat er sogar mehrere erzählt. Aber ich kann mir Witze nur immer so lange merken, bis ich mit dem Lachen fertig bin. Karasek ist auch ein Phänomen: Knapp 80 Jahre alt - und dann stellt er sich hin und zieht 350 Leute in seinen Bann.

Mit den Besucherzahlen sind Sie insgesamt zufrieden?
Guhl: Absolut! 2000 Besucher hatten wir allein bei den Abendveranstaltungen. Dazu kommen 4000 Schüler. 6000 Leute - eine Zahl, die sich sehen lassen kann.

Dabei hatten Sie starke Konkurrenz: Zweimal Champions-League, den Auftakt des Frühlingsfestes ...

Guhl: Das hat uns absolut fasziniert: Beim Jean-Paul-Abend - kein leichter Stoff! - mussten wir sogar noch Stühle reinstellen, obwohl parallel Dortmund übertragen wurde. Und als Bayern spielte, lockte Helmut Zöpfl 150 Besucher zum Heimatring. Für uns der Beleg: Die Weidener wollen solche Lesungen. Wir haben inzwischen ein treues Publikum. Einige reisen schon mit uns: Etwa 20 legten sich ein Gesamt-Ticket für alle Abende (außer Hildebrandt) zu.

Trotzdem will die Stadt jetzt auch die Literaturtage auf den Prüfstand stellen. Befürchten Sie für 2014 ein knapperes Budget?

Guhl: Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt. Schließlich werden die Literaturtage 30 Jahre alt. Und wenn ich die Resonanz sehe, dann weiß ich nicht, ob eine Kürzung der richtige Weg wäre.

Haben Sie schon Ideen für nächstes Jahr?

Guhl: Natürlich überlegen wir schon, was wir machen. Aber es ist noch nichts spruchreif - außer dem Termin: Am 2. Mai ist Eröffnung.
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