08.04.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Jugendring: Renner gibt am 13. Mai Vorsitz ab - Positive Erlebnisse überwiegen "Richtigen Weg eingeschlagen"

von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Es bleibt dabei: Der Pfadfinder (VCP) geht unbeirrt seinen Weg - und der führt weg von der Spitze des Stadtjugendrings. Wie angekündigt, will Thomas Renner nach sieben Jahren den Vorsitz abgeben. Als Nachfolgerin steht in der Frühjahrsversammlung am 13. Mai seine bisherige Stellvertreterin, Martina Siller, bereit. "Stammverein" der Lehrerin ist die Malteser-Jugend.

Im Vorwort zum SJR-Jahresbericht 2003 zieht der scheidende Chef ausführlich Bilanz - und spart dabei auch die schweren Zeiten seiner Amtszeit nicht aus. Beispielsweise das JuZ-Konzept, das sich strikt an der Zielgruppe der 14- bis 18-Jährigen ausrichtete und heftige Kritik erntete. Der 37-Jährige räumt ein: "Unser größter Fehler war vermutlich, das Konzept losgelöst von der Jugendhilfeplanung in Weiden erstellt und nicht mit einem so wichtigen Gremium wie dem Unterausschuss Jugendhilfeplanung des Kinder- und Jugendhilfeausschusses abgestimmt zu haben." Inzwischen habe sich jedoch gezeigt, "dass wir grundsätzlich den richtigen Weg eingeschlagen haben". Rund 100 Jugendliche kämen jetzt regelmäßig ins JuZ - hauptsächlich Russlanddeutsche. Deren Integration sei gelungen. "Heute könnte das JuZ ohne sie gar nicht mehr bestehen."

Für "große Lösung"

Im Streit mit der Hausaufgabenhilfe für Flüchtlingskinder habe es dagegen Momente gegeben, "wo ich schon sehr frustriert darüber war, wie Wahrheit und Ehrlichkeit verdreht wurden". Für die Perspektive eines Neu- oder Umbaus des JuZ, der alle Raumprobleme beseitigen würde, dankt Renner vor allem Jugendamtsleiter Alois Schröpf. "Ich bin überzeugt, dass es zu einer großen Lösung (...) kommen kann, wenn alle beteiligten Partner zusammenhalten und beharrlich diesem Ziel folgen."

Weiter auf der Haben-Seite: Herausragende Veranstaltungen wie Anne-Frank-Ausstellung und "Zelt"-Festival, Kinderbürgerfest, Ferienaktion und das Festklopfen eines Leitbilds ("ein großer Wurf"). Dem künftigen Vorstand wünscht Renner neue Verbündete: Zum einen sollen Schülervertreter wieder in die Vollversammlung einbezogen, zum anderen müssen die Kontakte zu den "Freien Persönlichkeiten" (u. a. Ursula Barrois) intensiver werden: "Diese Personen der Weidener Gesellschaft sind nämlich als Ratgeber, Kritiker und Verbündete viel zu schade, als dass sie nur alle zwei Jahre bei einer Vollversammlung per Akklamation gewählt werden."

Und noch ein Wunsch zum Abschied. Das "Zelt"-Festival solle wieder "fester Bestandteil der Weidener (Jugend-) Kultur werden", meint Renner. "Es sollte doch nicht am Geld scheitern, eine so Image fördernde und Profil bildende Veranstaltung neu zu etablieren." In der Vollversammlung wird Geschäftsführer Ewald Zenger allerdings auch vom Haushaltsabschluss 2003 berichten - und der weist ein Minus von 5900 Euro aus. Gründe: der weitgehende Wegfall des Alkoholverkaufs, die Konkurrenz durch Kneipen und Diskos und die gekürzten öffentlichen Mittel. Mit oder ohne "Zelt" - auf Martina Siller wartet kein leichtes Amt.

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