20.09.2013 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kampf den Schneemassen: Mehrzweckhalle mit Durchsturzgittern nachgerüstet Im Winter sicher aufs Dach

Der Sommer ist vorbei, der Herbst in vollem Gange, und der Winter lässt auch nicht mehr lange auf sich warten. Für die erwarteten Schneemassen muss Vorsorge getroffen werden: Wenn die weiße Last auf den Dächern eine gewisse Höhe erreicht, muss sie weg. Ein Problem, das auch die Mitarbeiter der Stadt - besonders Hochbauamt und Bauhof - kennen.

Das Dach der Mehrzweckhalle ist um einige Gitter reicher. Sie sollen verhindern, dass es beim Schneeräumen zu Unfällen kommt. Hochbauamtsleiter Torsten Fickenscher (links) und Ingenieur Tobias Dietl betreuten die Maßnahme - schon mal in luftiger Höhe. Bild: Hartl
von Elisabeth Schätzler Kontakt Profil

Architekt und Hochbauamtsleiter Torsten Fickenscher sowie Hochbauingenieur Tobias Dietl sind derzeit dabei, die dafür nötigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Die Mehrzweckhalle ist eines der Gebäude, das mit individuellen Absicherungen versehen wird. "Wir haben hier jeden Winter die besondere Problematik, die wir zum Beispiel am ,Augustinus' nicht hatten. Wir wollen einfach auf Nummer sicher gehen", erklärt Fickenscher.

Auch das Dach der Mehrzweckhalle muss ab einer gewissen Schneehöhe abgeräumt werden. "Eigentlich würde eine Absicherung mit dem Seil genügen. Wenn aber zehn bis zwölf Mann rauf müssen, wird eine individuelle Seilsicherung wegen der vielen Leute schwierig", sagt Dietl. Wegen der steigenden Anforderungen an den Arbeitsschutz und der Sicherheit auf den Dächern beauftragten die Verantwortlichen die Firma "Bittermann Daylight" mit der Installation von Durchsturzsicherungen. Mit speziell behandelten Gittermatten, Befestigungsprofilen und Verbindungen mit Karabinerhaken rüstete der Weidener Betrieb insgesamt 28 Lichtbänder nach. "Mit diesen Gittern ist man sehr flexibel. Die Karabinerhaken lassen sich ganz einfach lösen, wenn man mal von oben in das Gebäude rein muss", erklärt Klaus Koller, Geschäftsführer der Bittermann Daylight GmbH. Auch der Hochbauamtsleiter bestätigt: "Die Gitter haben einen entscheidenden Vorteil: Sie sind flexibel und offen."

28 Schutzgitter

Architekt Dietl erklärt weiter: "Die Schwierigkeit besteht darin, dass das System der Durchsturzsicherung zu den eingebauten Lichtkuppeln passen muss und eine entsprechende bauaufsichtliche Zulassung hat." Glücklicherweise hat Bittermann Daylight diese Lichtkuppeln 2007 bei der Dachsanierung der Mehrzweckhalle eingebaut. "Wir hatten noch die Maße von den Plänen, als wir die Lichtkuppeln installiert haben", sagt Koller. Die 28 Schutzgitter baute das Unternehmen während der Sommerferien ein, um den Betrieb möglichst wenig zu stören.

Insgesamt belaufen sich die Kosten auf etwas mehr als 25 000 Euro. Die rund 1,5 mal 4,7 Meter großen Gitter sind aus feuerverzinktem Baustahlgewebe und halten bis zu 300 Kilogramm stand. Mittels einer Hebebühne brachten zwei Mitarbeiter der Firma die Gitter an die Lichtkuppeln an. "Die relativ leichte Konstruktion wird in Kränze eingehängt und somit die Last gleichmäßig verteilt", berichtet Fickenscher. Die Gitter bringen noch einen weiteren Vorteil: Weil in der Mehrzweckhalle wegen fehlender Seitenfenster der Blick nach draußen nicht möglich ist, ist der natürliche Lichteinfall von oben umso wichtiger. Die grobmaschigen Gitter beeinträchtigen den Einfall des Lichts nicht.

Keine Folgekosten

Auch Folgekosten würden laut Koller entfallen, da wiederkehrende Materialbeschichtungen nicht nötig seien. Fickenscher: "Wir hatten das Problem mit der Statik und den Kosten. Die meisten Vorteile für das Dach lieferten uns die Gitter." Eine Nachrüstung weiterer städtischer Gebäude soll so weit erforderlich folgen.

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