Keine Kapelle im EU-Parlament

Für Martin Kastler, den sozialpolitischen Sprecher der CSU-Fraktion im Europaparlament, ist der soziale Frieden in großen Teilen Europas in Gefahr. Nicht Brüssel trage überall die Verantwortung, sondern die Regierungen der Mitgliedsstaaten, sagte Kastler bei der CSA-Jubiläumsfeier. Wenn die EU noch weitere Länder aufnehme, werde das bunte Konglomerat unterschiedlicher Kulturen nahezu unüberschaubar.

Kastler kritisierte den geänderten Arbeits- und Lebensrhythmus mit permanenter Erreichbarkeit. Früher sei am Stammtisch miteinander geredet worden, heute habe jeder sein Handy oder sein I-Phone im Auge und zwinge sich damit ein ununterbrochenes Stressgefühl auf. Kastner kritisierte Lohndumping und sprach sich dafür aus, dass für den Lohn die Gesetze des Landes gelten müssen, in dem gearbeitet wird.

Er sei Christ und finde es unmöglich, dass Deutschland mit Ländern Waffengeschäfte mache, in denen Christen gnadenlos verfolgt würden. Kastler meinte damit Saudi-Arabien. Kaum jemandem sei bewusst, dass auf der ganzen Welt das Christentum die am meisten verfolgte Glaubensrichtung sei. Im Bundestag gebe es wenigstens noch eine kleine Kapelle, im EU-Parlament werde das abgelehnt, denn "kultische Handlungen" seien in politischen Einrichtungen unangemessen. Kastler: "Der marode Zustand des wegen Einsturzgefahr gesperrten Plenarsaals in Brüssel ist das Spiegelbild für ganz Europa."
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