19.08.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Konzert "Marienvertonungen" begeistert Zuhörer - Anspruchsvolle und anmutige Melodien Musikreise mit Mutter Gottes

Bis auf den letzten Platz besetzt, erlebten die Besucher der ehemaligen Augustinerkirche Kunst auf höchstem Niveau. Axel T. Schmid führte in Anwesenheit des Malers Reinhold A. Goelles kurz in dessen farbliche Gestaltung des Raumes sowie das Konzert der in Weiden geborenen Künstler Sabine Lahm (Sopran) und Maximilian Betz (Orgel) ein.

von Autor UZProfil

Die Musiker boten zehn Marienvertonungen von der Renaissance bis zur Moderne, ergänzt durch perfekt in diesen Kontext passende Orgelwerke von Johann Sebastian Bach, Max Reger und Leon Boellmann. Mit dem "Vater unser" von Joseph Rheinberger begann die Sopranistin mit einem romantischen Werk, in der ihre volle Tiefe und die angenehme Mittellage ihrer Stimme - begleitet von dunklen und schwebenden Stimmen der Orgel - erklang.

Eintauchen in Spätromantik

Maximilian Betz zeigte, engagiert in vielen Farb- und Tonstärkenuancen, in Max Regers "Benedictus" die Entwicklung des Tonsatzes hin zur Spätromantik. Eine Komposition, für welche die vielen romantischen Stimmen der Orgelanlage von St. Augustin vorzüglich passten.

Ave Maria-Gesänge kennt man von Johann Sebastian Bach, Charles Gounod und Franz Schubert. Während über einen gestrichenen Orgelbass flötende Arpeggien Bachsches Präludium zelebrierten, legte Gounod eine völlig ruhige aber ausdrucksvolle Melodie darüber, deren Zauber man sich nicht entziehen kann.

Schubert zerlegte hingegen die Begleitung in gebrochene Akkorde, die von gestrichenen Orgelbässen ruhig untersetzt werden. Darüber legte er eine anmutige, eingängige aber anspruchsvolle Melodie, die gut im Gedächtnis bleibt. Beim Konzert gelang eine überaus ergreifende Wiedergabe. Dazwischen ertönte das typisch romantische Ave Maria von Anton Bruckner. Sabine Lahm sang mit überaus warmer sonorer Tiefe gipfelnd in einem strahlenden Amen über einer innigen und stets der Sängerdynamik folgenden geschmeidigen Begleitung, die die Augustiner-Orgel und die Registrierkunst des Organisten auszeichnet.

Bruckner war Organist und verstand sich vortrefflich in der Nachahmung eines großen Orchesters, was Betz geschickt belegte. Entsprechend werkgerecht gestaltete er auch die "Fuga sopra Magnificat" von Johann Sebastian Bach. Betz führte das Werk in rhythmischer Disziplin und pulsierenden Achtelbewegungen zum abschließenden majestätischen Pedalthema.

Jugendliche Stimmführung

Im nächsten Programmteil befassten sich Sängerin und Organist mit der französischen Auslegung des Ave Maria-Themas. Camile Saint-Seans interpretierte Lahm mit sehr schlanker, fast jugendlicher Stimmführung im Wechsel mit den wunderbaren, an französische Orgelzungenregister erinnernden Oboen- und Krummhornstimmen. Absolut französischen Romantik-Klang vermittelten Sängerin und Organist in Cesar Francks Ave Maria, wobei der sanfte Orgelklang die facettenreiche Stimme umschmeichelte.

Es folgte das von Betz in runde Klangfarben gebettete "Priere A Notre Dame". Stimmlich kräftiger angelegt zelebrierte Sabine Lahm mit entsprechend selbstbewusster Orgelunterstützung das Ave Maria des Italieners Luigi Cherubini.

Einen der Höhepunkte setzten die Interpreten mit dem "Preghiera di Desdemona" aus der Oper "Othello", von Giuseppe Verdi. Ein eindrucksvolles Rezitativ auf einem tiefen Ton entwickelt sich zu einer innigen und absolut ergreifenden Gebets-Arie. Wie zu Beginn beschlossen die Musiker das grandiose Konzert mit einem Werk von Joseph Rheinberger, dem "Salve Regina". Es folgten Standing Ovations.

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