03.09.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kosten der Schönheitsreparatur im neuen Gebäude der Volkshochschule sprengen Befürchtungen Ärger begleitet Umzug der VHS

Jawohl. Die Stadträte waren "regelrecht geschockt, entsetzt und erbost". Mit Sanierungskosten von fast einer halben Million Euro für die alte Fachoberschule hatten sie nicht gerechnet. Die Krönung aber sei gewesen, dass zwei Drittel der Arbeiten schon vor der Ferienausschusssitzung vergeben waren. Zwar sind die Vorgänge immer noch mit dem Verweis auf die nichtöffentliche Sitzung "geschützt". Aber inzwischen kommen immer mehr Details ans Tageslicht.

Nur ein paar Hundert Meter zieht die VHS um, nämlich von der Sedan- in die Luitpoldstraße. Böse überrascht zeigten sich die Mitglieder des Ferienausschusses von den hohen Kosten der Schönheitsreparaturen. Bild: Ascherl/NT
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Ginge es nach dem, was heute die Stadträte sagen, hätte es den umstrittenen Beschluss (7:4) nie geben dürfen. Denn die Teilnehmer der Sitzung schimpfen über "diese Vorgänge". Diese seien darin begründet, dass die VHS-Geschäftsführung ihren Aufsichtsrat über die tatsächlichen Kosten des Umzugs nicht rechtzeitig informiert habe. "Das war fahrlässig", so die Kritik. Der Geschäftsführer jedoch unterstreicht, dass dies nach den Statuten in diesem Falle auch nicht vorgesehen sei.

Kosten verachtfacht

Schon im Juni und Juli hatte der Stadtrat den Geschäftsführer der Volkshochschule ermächtigt, die nötigen Schönheitsreparaturen für den Umzug in die Luitpoldstraße vorauszuplanen. "Wir dachten da an 50 000 oder 60 000 Euro. Aber was dann herauskam, schlägt dem Fass den Boden aus", kommentiert ein anderer Sitzungsteilnehmer. Ein Weidener Architekt, von der Stadt mit der Kostenschätzung beauftragt, veranschlagte die Schönheitsreparaturen auf 482 600 Euro - "unvorstellbar."

Ins Kreuzfeuer der Kritik gerieten schnell die vermeintlichen "Luxus-Wünsche" der VHS wie Kochstudio und Fitnessraum mit dazugehörigen Umkleiden und Duschen, bisher ausgelagert in die Wirtschaftsschule und Seniorenzentrum. "Fällt das noch unter Sanierung des Notwendigsten?", lautet eine der Fragen gerade angesichts der Finanzknappheit in der Stadt. Zwar vergibt die VHS die Aufträge, doch die Stadt Weiden zahlt diese außerplanmäßigen Ausgaben. Mit dem Umzug wolle, so ein weitere Grund zur Unmut, die VHS ihre Flächen "großzügigst" ausweiten, zumindest den Zahlen nach, nahezu verdoppeln.

Die VHS ist nun der Hauptmieter des Anwesens Luitpoldstraße 24. Sie vermietet das zweite Obergeschoss sowie das Dachgeschoss an die Sprachenakademie der Europa-Berufsschule, die sich wiederum durch die Gastschulbeiträge refinanziert. Hier werden bisherige Unterrichtsräume wieder für Unterricht verwendet. "Malern" sollte also reichen, glaubten die Stadträte.

Doch fürs Malern allein sind schon 100 000 Euro, allerdings für das gesamte Haus veranschlagt. Zehn Prozent des Fußbodens der ehemaligen Schule muss erneuert werden, weil im Erdgeschoss schwere Maschinen standen. Erstaunlich ist dennoch, dass die Angebote deutlich unter dem Ansatz des Architekten liegen. So waren etwa 87 999 Euro für Estrich, Fliesen und Parkett veranschlagt. Die VHS konnte diese Arbeiten dann aber doch für bereits 65 175 Euro vergeben.

Der zeitliche Druck resultiert aus dem Durchbruch bei den Verhandlungen zwischen Fondara und Dostler. So sollte bereits im Oktober das alte VHS-Gebäude an Fondara übergeben werden. Inzwischen reicht nach den Feinabstimmungen auch die Jahreswende. Die Kritiker hingegen meinen, dass seit Monaten bekannt sei, dass für das Parkhaus der künftigen Stadtgalerie das VHS-Gelände verplant sei.

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