21.08.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kosten für Sanierung der Tankstelle am Luftlandeplatz Latsch zwischen 60 000 und 750 000 Euro "Das Zählwerk ist der Schlüssel"

Seit einem Jahr steht der TÜV der Stadt auf den Zehen: Die Prüfer stellten gravierende Mängel an der Tankanlage am Verkehrslandeplatz Latsch fest. Sie fordern dringend die Sanierung. Die Zapfanlage ist zudem technisch nicht mehr eichfähig. Sie gibt nach Einschätzung des Hauptzollamtes mehr Kraftstoff ab als angezeigt. Was die Piloten freut, sorgt bei Staat und Stadt für Ärger.

Auch in Zukunft will die Stadt Weiden am Luftlandeplatz Latsch Flugbenzin anbieten. Dazu muss jedoch die Tankstelle saniert werden. Luftbild: Ascherl
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Das Gesamtpaket zur Mängelbeseitigung summiert sich nach Berechnungen des Bauamtes im Juli auf 750 000 Euro. Zu viel, meint Reinhold Gailer. Der Chef des Amtes für Öffentliche Ordnung, in dessen Zuständigkeit der Flugplatz fällt, ist überzeugt, dass es billiger geht.

Aus dem Internet gefischt

Vor allem auch deshalb, weil er eine "Speziallösung" im Blick hat, die die nötigen Sanierungen auf "eine mittlere fünfstellige Summe" drücken könnte. "Ob's wirklich geht, entscheidet sich am Dienstag. Das Zählwerk ist der Schlüssel."

Gailer gibt dabei den Optimisten, denn die Lösung dazu fand Flugleiter Gerald Bock, unterstützt von der Pressather Firma Kraus. Dazu die Vorgeschichte: Bereits 2011 sollte das Zählwerk der Tankanlage repariert werden. Eine Fachfirma kam, zerlegte die Anlage. Doch die Reparatur scheiterte. Es waren keine einbaufähigen Ersatzteile mehr auf dem Markt zu finden.

Drei Jahre später ist auch die Stadt Weiden im Internet-Zeitalter angekommen. Und für Flugleiter Bock war es selbstverständlich, erstmal im Internet nach "dem Teil" zu suchen.

Und siehe da, er wurde fündig, landete einen Treffer. Das baugleiche Zählwerk gibt es noch und zwar neuwertig. Verhandlungsbasis: 5000 Euro. Und wenn es tatsächlich passt, ist es für die Stadt ungleich wertvoller. Dann nämlich sind ein großer Teil der "Vor- und Nacharbeiten", die für die Sanierung der Tankanlage nötig gewesen wären, entweder überflüssig oder können zumindest "auf später" verschoben werden.

Zu lösen hat die Stadt noch ein zweites "TÜV-Problem". Die Prüfer stellten Risse in der "Abfüllfläche" fest. Hier stehen die Flugzeuge und Hubschrauber. Sie wenden darauf. Hier müsste die Stadt rund 300 Quadratmeter nochmals abdichten. Die Herausnahme des Materials und der Neubau der Abfüllfläche sind aber nicht nötig. Auch der Ölabscheider gehört noch zu den Maßnahmen, die die TÜV-Prüfung überstehen. "Wir haben nur noch eine kleine Gnadenfrist bekommen", bestätigt Gailer.

Weniger Starts

Relativ schnell erklärt und keineswegs ein Hinweis darauf, dass der Landeplatz Latsch bei den Piloten an Attraktivität verloren hätte, sind die im Jahr 2013 deutlich eingebrochenen Flugbewegungen. Die Landebahn war wegen der offenen Fugen zeitweise gesperrt. Und die Landebahn musste wegen der zu hoch gewachsenen Bäume in der Einflugschneise verkürzt werden. Die Landebahn ist inzwischen jedoch saniert. Im Spätherbst, so kündigt Gailer an, würde das halbe Dutzend Bäume gefällt. Die Fichten und Föhren stehen auf privatem Grund und sind im Wäldchen westlich der Verbindungsstraße Latsch in die 25-Meter-Zone hinein gewachsen. Damit würden hier die Sicherheitsanforderungen erfüllt.

Auf einem anderen Blatt steht - übrigens ebenfalls seit Jahren - die Forderung des Umweltamtes nach einer wasserrechtlichen Erlaubnis für das Einleiten von Niederschlagswasser, das unter anderem auf dem Rollfeld anfällt. Hier könnten durchaus höhere Kosten auf die Stadt zukommen, wenn etwa ein Regenrückhaltebecken gebaut werden müsste.

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