11.10.2013 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Krankenkassen helfen beim Gesundheitsmanagement - Lieber Prävention als Operation Mehr als Laptop und Laufschuhe

Präventionskurse, Gesundheitstage, Fehlzeiten und Risikoanalysen - dies und vieles mehr gehört längst zum Standardangebot der gesetzlichen Krankenkassen für die Betriebe. Im Hintergrund dieser Entwicklung steht der wachsende Fachkräftemangel, aber auch das Interesse an weiteren Produktivitätssteigerungen.

Nicht nur im Umgang mit dem Laptop müssen die Mitarbeiter fit sein: Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen die Betriebe auf vielfältige Weise beim Gesundheitsmanagement.
von Siegfried BühnerProfil

Und schließlich betreiben die gesetzlichen Krankenkassen mit ihren Angeboten für das betriebliche Gesundheitsmanagement auch Eigenwerbung. So konnte zum Beispiel die AOK Bayern für das Jahr 2012 bilanzieren, dass knapp 3000 Unternehmen im Freistaat ihren Service zum betrieblichen Gesundheitsmanagement genutzt hätten - 200 mehr als im Vorjahr.

"Im Hinblick auf den demografischen Wandel müssen Arbeitgeber zukünftig mehr in die Gesundheitsvorsorge ihrer Belegschaft investieren", forderte der Verband deutscher Betriebsärzte anlässlich seines Kongresses im September. Auch Jürgen Spickenreuther, Direktor der AOK in Weiden, sieht bei vielen Betrieben in der nördlichen Oberpfalz Verbesserungsbedarf. "Gesundheit ist längst keine Privatsache mehr", bestätigt er. Und Prävention sei doch meist besser als Operation. Für ihn liegt im Aufbau eines Gesundheitsmanagements eine der wichtigsten Antworten auf Fragen des Fachkräftemangels. Die gesetzlichen Krankenkassen sind gut aufgestellt, den Betrieben beim Aufbau eines Gesundheitsmanagements zu helfen. Für die Techniker Krankenkasse erläutert Vertriebsleiter Michael Reinhold das Angebot der Kassen: "Wir gehen in den Betrieb, machen eine Bedarfsanalyse und schlagen ein Maßnahmepaket vor." Seine Kollegen bei den Gesetzlichen bieten Ähnliches - ein echter Wettbewerbsvorteil gegenüber der Privatversicherung.

Informative Ratgeber

Falls ein Betrieb Ideen für die betriebliche Gesundheitsmaßnahmen sucht, kann er sich jederzeit auf den Internetseiten von AOK, TK, Barmer GEK, DAK, IKK, BKK und Co informieren: Von Crossboccia über Wassertag bis hin zu Firmensportabzeichen oder Sportschuhtag ist dort vieles zu finden, wie das Beispiel der Barmer GEK zeigt. Auch informative Ratgeber können bei fast allen Kassen nachgelesen werden. Falls externer Sachverstand benötigt wird - zum Beispiel Ernährungsberater, Sportärzte, Physiotherapeuten oder Psychologen -, können die Kassen dies organisieren.

Ziel aller dieser Aktivitäten muss sein, "ein Gesundheitsmanagement aufzubauen, das nachhaltig wirkt", so Reinhold. Und er ergänzt, dass dies mehr sei als zum Beispiel eine einmalige Gesundheitswoche mit autogenem Training, Körperfettmessungen oder ähnlichem. "Das Gesundheitsmanagement beinhaltet vor allem einen Strategie-Ziel-Workshop, Prozessbegleitung und Ergebnisberichte nach zwei Jahren", sagt Reinhold. Und er ergänzt: "Das schönste Projekt nützt nichts, wenn es nicht im Betrieb verankert ist." Deshalb müsse das Gesundheitsmanagement in die Unternehmensstrategie eingebettet sein.

Steuerliche Hilfen

Die gesetzlichen Krankenkassen helfen zudem bei der Finanzierung des Gesundheitsmanagements. Auch steuerliche Hilfen sind möglich. Und dass das Gesundheitsmanagement nicht nur etwas für größere Betriebe ist, zeigt das "Forum KMU" im "Deutschen Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung" das vom Bundesarbeits- und Bundesgesundheitsministerium unterstützt wird. Neben den Krankenkassen haben sich längst auch viele private Dienstleister für das betriebliche Gesundheitsmanagement etabliert. Sportmedizinische Institute bieten sich hier ebenfalls an. Und die Hochschulen. Laut Hochschulsprecher Dr. Wolfgang Weber von der OTH Amberg-Weiden ist das Thema festes Element im Studiengang Medizintechnik. Die Hochschule Deggendorf bildet den "MBA Health Care Manager" und einen "Gesundheitsberater" aus.

Dass sich Gesundheitsmanagement lohnt, betont auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Sie schätzt den jährlichen wirtschaftlichen Schaden durch Krankheitstage von Arbeitnehmern im "Bericht Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" auf 46 Milliarden Euro.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.