21.08.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Landwirte informieren sich in Irlbach über Grünland-Pflege - Neuansaat jetzt ideal Frischzellenkur für die Wiesen

Gras ist nicht gleich Gras. Das wissen die Landwirte aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach längst. Um die Pflege des Grünlandes zu optimieren, trafen sich nun rund 50 Bauern mit Experten von Landmaschinen- und Saatgutherstellern auf einer Wiese des Landwirts Josef Rauch aus Irlbach.

von Autor GFRProfil

Viele Wiesen im Landkreis Amberg-Sulzbach stammen laut Josef Schmidt, Abteilungsleiter im Landwirtschaftsamt, noch aus "Großvaters Zeiten". Sie wurden vor Jahrzehnten angelegt und seien seither nicht mehr umgebrochen worden. Heutzutage gebe es aber Maschinen und Saaten, die deutlich mehr aus dem Boden herausholen.

Bereits vor drei Jahren startete das bayerische Landwirtschaftsministerium das Aktionsprogramm "Heimische Eiweißfuttermittel", das eine Verbesserung der Gras-Erträge zum Ziel hat. Das Ministerium stellte fest, dass nur ein hochwertiger Pflanzenbestand energiereiches Futter liefern kann. "Fehler in der Bewirtschaftung verzeiht das Grünland nie", heißt es in einer Veröffentlichung des Ministeriums.

Auch mit Chemie

Aufgabe der Landwirte sei es, den geeigneten Standort zu finden, die ideale Pflanzenzusammensetzung auszuwählen, außerdem Düngung und Schnitthäufigkeit in Einklang zu bringen. Welche Möglichkeiten es gibt und welche Maschinen zum Einsatz kommen können, darüber informierten das Landwirtschaftsamt, der Maschinen- und Betriebshelferring, der Erzeugerring, die Güllegemeinschaft Amberg-Sulzbach sowie Fachfirmen für Saatgut und Sämaschinen in Irlbach. Josef Schmidt vom Landwirtschaftsamt wies darauf hin, dass im Kreis Amberg-Sulzbach etwa 14 000 Hektar Grünland bewirtschaftet würden. "Das entspricht knapp 30 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche." Die meisten Wiesen bräuchten heute dringend eine Sanierung. Das geeignete Saatgut erhalte der Landwirt im Fachhandel oder von den Saatgutproduzenten. Soweit der Grünland-Bauer nicht über einen eigenen Fuhrpark verfüge, könne er die Geräte, deren Anschaffungspreis oft im sechsstelligen Bereich liegen, über den Maschinenring ausleihen.

Wolfgang Wittmann, landwirtschaftlicher Fachberater, betonte, dass beim Grünlandumbruch oder der Neuansaat gesetzliche Vorgaben zu beachten seien. Bei Unklarheiten stehe das Landwirtschaftsamt beratend zur Seite. Jeder Landwirt sei darauf bedacht, eine hochwertige und vor allem ertragreiche Grünlandfläche anzulegen. Vielfach sei es durchaus sinnvoll, Altnarbe und Unkräuter chemisch zu bekämpfen, damit eine Neuansaat überhaupt nachwachsen könne. Michael Beimler, Fachberater und Grünlandexperte der Erzeugerringberatung, riet, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten. Auch er schloss Herbizidmaßnahmen gegen übermächtige Unkräuter nicht aus. Natürlich müsse immer das Wetter mitspielen, damit die Neuansaat auch keimen könne. Wichtig sei vor allem, das Saatgut etwa einen bis eineinhalb Zentimeter in den Boden einzubringen. Dafür seien Sämaschinen mit Schlitzscheiben gut geeignet. Sie schlitzen die Grasnarbe auf, legen den Samen zwischen den Scheiben ab und verdichten den Boden dann wieder.

Hoffen auf milden Winter

Wer jetzt noch an die Herbstsaat denke, für den sei gerade der ideale Zeitpunkt. Gebe es dann noch einen milden Winter, stehe im nächsten Jahr einer ertragreichen Grünlandfläche nichts mehr im Wege. Die Experten stellten die verschiedenen Sämethoden vor. Die Landwirte konnten beobachten, wie die Grasnarbe bearbeitet, das Saatgut eingebracht und wieder abgedeckt werden kann.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp