31.12.2009 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Lions Club und Max Rauch organisieren Hilfe für Straßenkinder von Delhi - Bitte um Spenden Kinder aus der Hölle holen

Lange habe er sich mit der Frage beschäftigt, wo denn tatsächlich die Ärmsten der Armen leben, sagt Max J. Rauch. Anders als der Unternehmensberater anfangs dachte, wurde er jedoch nicht in Afrika fündig. "Mehr Armut als unter den Straßenkindern von Neu Delhi habe ich nirgends gesehen", erklärt Rauch, der beruflich häufig in der indischen Hauptstadt weilt. "Diese Kinder leben nicht nur in absoluter Armut, sie haben auch überhaupt keinen familiären Rückhalt."

von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Gemeinsam mit dem Lions Club Weiden hat sich Rauch vorgenommen, an dieser Situation etwas zu verändern, und deshalb ein Hilfsprojekt für die Straßenkinder in Indiens Hauptstadt ins Leben gerufen. Im März möchte der Service-Club die SANG-Clinic zwischen den beiden Bahnhöfen Delhis eröffnen. Sang bedeutet in Hindi so viel wie "miteinander". In der Einrichtung sollen sich ein Arzt und eine Krankenschwester der Kinder annehmen. "25 000 Euro reichen, um diese Klinik für zwei Jahre zu betreiben", erklärt Rauch.

Täglich 40 neue Kinder

Der Bedarf für diese Hilfe ist riesig. Täglich kommen 30 bis 40 neue Straßenkinder per Zug in der Metropole an. Die meisten sind vor ihren gewalttätigen Eltern geflohen oder wurden weggeschickt, weil die Familie sie nicht mehr ernähren kann. Schon am Bahnsteig werden sie von Banden in Empfang genommen. Diese bilden sie entweder als Bettler oder Taschendiebe aus oder verkaufen sie weiter. "In Delhi kann man für 50 Dollar achtjährige Mädchen kaufen", erklärt Rauch. Jungen mit zarten Händen würden als Teppichknüpfer versklavt, berichtet der Altenstädter weiter.
Fast 90 Prozent der Kinder sind drogenabhängig, die meisten schnüffeln Tipp-Ex und ruinieren sich dabei in kürzester Zeit Lunge und Gehirn. "Ihr Essen sammeln sie sich in den Zügen zusammen. Aber in einem Entwicklungsland wie Indien bleiben dort nur Abfälle zurück", beschreibt Rauch den täglichen Kampf ums Überleben. Neben den Bandenrivalitäten setzt die brutale Polizei den Kindern zu. Zusätzlich machen ihnen Bahnhofsmitarbeiter und Menschenhändler das Leben schwer.

"Shelter House" geplant

Das Lions Hilfsprojekt hat zum Ziel, diese traurigen Zustände abzumildern. Die Klinik soll dabei nur der Anfang sein. Rauch plant bereits den nächsten Schritt - eine mobile medizinische Station. Ein Kleinbus soll demnächst verschiedene Brennpunkte der Stadt anfahren und die Kinder direkt vor Ort betreuen. Als dritte Hilfsstufe schwebt Rauch ein "Shelter House" vor - eine Art Waisenhaus vor den Toren Delhis. "Dabei geht es darum, die Kinder dauerhaft von der Straße zu holen."
Um dies umzusetzen, ist allerdings eine Menge Geld nötig. Die Lions um Präsident Dr. Robert Ascherl und dem Vorsitzenden des Lions Hilfswerks, Kurt Hannuth, haben deshalb ein Konto eingerichtet. Bei der Volksbank Weiden (Bankleitzahl 753 900 00) können unter der Kontonummer 100 044 180 Spenden eingezahlt werden. "Der Lions Club überwacht die Verwendung. Jeder Cent geht an die Kindern, es fallen keine Kosten für die Verwaltung an", verspricht Rauch. Auch die Übernahme von Patenschaften sei möglich. Wer nähere Informationen möchte, kann sich auch direkt an Rauch wenden. "Ich stelle mich gerne und unverbindlich als Referent für Infoveranstaltungen zur Verfügung." Kontakt: Max.Rauch[at]t-online[dot]de

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