Maikundgebung: Verdi-Geschäftsführer Gröbner fordert höhere Abgaben für Reiche
Vermögen fairer verteilen

Wohl auch wegen der kühlen Temperaturen waren nicht die ganze Zeit über alle Plätze belegt. Trotzdem zählte der DGB bis zu 250 Zuhörer bei der Maikundgebung, die die Stadt- und Jugendblaskapelle musikalisch begleitete.

Uli Hoeneß spielt natürlich auch eine Rolle. Alexander Gröbner erwähnt ihn nicht direkt in seiner Ansprache zur Maikundgebung am Unteren Markt. Wohl aber prangert der Verdi-Bezirksgeschäftsführer an, dass sich die Vermögenden zu wenig an einer gerechteren Gesellschaft beteiligten und stattdessen ihr Geld beispielsweise in der Schweiz versteckten. Dabei sei es an der Zeit, Reichtum stärker zu besteuern, damit er allen zugutekomme.

Dringend nötig sei das, so Gröbner. Denn noch immer halte die Krise Europa "im Würgegriff". Eine Krise, unter der die meisten Menschen litten, während die Reichsten trotzdem immer reicher geworden seien. Deshalb brauche es eine Umverteilung des Vermögens durch eine Millionärssteuer. Deshalb brauche es aber auch Solidarität unter den Arbeitnehmern in Europa, etwa mit denen in Griechenland, die zurzeit besonders hart zu kämpfen hätten.

Aber nicht nur den Süden des Kontinents treffe die Krise, auch an Deutschland "geht sie nicht spurlos vorüber". Die Arbeitslosenzahlen hier seien nur so niedrig, weil es so viele prekäre Beschäftigungsverhältnisse gebe. Allein in Weiden lebten mehr als 1500 Menschen, "die in mehreren Minijobs arbeiten müssen, damit sie den Alltag bestreiten können. Das ist ein Skandal". Hinzu komme, dass in der Bundesrepublik Millionen Kinder und Rentner von Armut betroffen seien. Dabei lägen Rezepte gegen solche Missstände auf der Hand. Da sei zunächst ein gesetzlicher Mindestlohn, aber auch die Eindämmung von Leiharbeit und Werkverträgen sowie ein Ende von unsicheren, befristeten Beschäftigungsverhältnissen. Außerdem gebe es immer noch die Forderung, die Rente mit 67 zurückzunehmen. Denn diese sei in Wahrheit "ein Rentenkürzungsprogramm".

Gerechter Anteil gefordert

Eine andere klassische Gewerkschaftsforderung hatte zuvor Josef Bock (Betriebsrat Constantia Hueck Folien) betont, als er zusammen mit Andrea Schmid (DGB) die bis zu 250 Besucher begrüßte: höhere Löhne. Schließlich seien es doch gerade die Arbeitnehmer in der Oberpfalz, "die Weltmarktführer aus dem Boden stampfen". Und dafür sollten sie auch "ihren gerechten Anteil kriegen".

Seine Zustimmung zu vielen Forderungen der Gewerkschaften drückte auch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß aus, der zusammen mit Stadträten sowie Bundes- und Landtagsabgeordneten gekommen war: "Wir zeigen heute Flagge für eine gerechtere Arbeitswelt." Gleichzeitig erinnerte er an die Versuche von Neonazis, den Tag der Arbeit zu instrumentalisieren. Hier gelte: "Wir müssen entschlossen und friedlich dagegen aufstehen."
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