Massiv verärgert über geplante Mittelkürzung: Künstlerischer Leiter Kurt Seibert schmeißt hin
Paukenschlag bei Max-Reger-Tagen

Mit einem Paukenschlag beendete der Impresario das, was als "konstruktives Gespräch über die Zukunft der Max-Reger-Tage" (Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz) gedacht war. "Dann schmeiße ich hin", teilte Prof. Kurt Seibert dem Weidener Oberbürgermeister nach nur 20 Minuten mit. Und er ließ sich auch nicht mehr besänftigen. In Rage gebracht hatte ihn der Versuch von Kurt Seggewiß und Petra Vorsatz, mit ihm über eine Kürzung der städtischen Zuschüsse zu diskutieren.

Seibert folgte nicht einmal der Bitte seiner beiden überraschten Gesprächspartner, "nochmal eine Nacht drüber zu schlafen". Sofort nach diesem wenig harmonischen Dreiklang am Dienstag im Neuen Rathaus machte der 63-Jährige seinen Rücktritt als künstlerischer Leiter perfekt, informierte die Presse über den Schritt, den er nach dem diesjährigen Abschlusskonzert am 6. Oktober vollziehen will. Damit brüskierte er Seggewiß. Der kündigt nach der "völlig überzogenen Reaktion" an: "Ich gehe auf Professor Seibert nicht mehr zu."

Für "völlig inakzeptabel" hält Seibert das angedachte Vorhaben, den Etat der Max-Reger-Tage - nach seinen Angaben 60 000 Euro - zu beschneiden. Wie er selbst bestätigt, kam die Größenordnung der Kürzung überhaupt nicht zur Sprache. Egal: "Auf dieser Basis mach' ich's nicht!" Dabei ist die Unterstützung der Stadt laut OB sogar rund 180 000 Euro wert. Die 60 000 Euro seien die reinen Veranstaltungszuschüsse, informiert Petra Vorsatz. Zusätzlich übernehme die Stadt Kosten für die Logistik, von Hallenmieten über Büromaterial und -miete bis hin zu Personal. "Einsparungen sind überall im Weidener Kulturbereich nötig", betont die Amtsleiterin - die der Professor übrigens nicht als "Verhandlungspartnerin" akzeptiert: Er sei nicht Befehlsempfänger "einer abhängig Beschäftigten der Stadt Weiden, gehobene Ebene".
Der Mann, der die Max-Reger-Tage 1999 erschuf, sieht seine Verdienste auch für die Außenwirkung der Stadt zu wenig honoriert. Im letzten Jahr lauschten immerhin knapp 6000 Besucher den Konzerten. 2007 dehnte der Impresario die Reihe auf 60 Veranstaltungen in der gesamten Region aus. Zu viel? Zuletzt war mancher Saal alles andere als üppig gefüllt. Seggewiß trat für ein abgespecktes Programm und eine Konzentration auf Weiden ein, Seibert für eine weitere Ausdehnung. Laut OB bat der künstlerische Leiter für 2008 um eine Mittelerhöhung von 25 000 Euro.

OB: "Es geht weiter"

Petra Vorsatz bedauert Seiberts Rücktrittsankündigung ausdrücklich: "Er ist die Max-Reger-Tage. Wenn wir den ersten Schock überwunden haben, werden wir sehen, wie es weitergeht." "Es geht auf alle Fälle weiter", betont Seggewiß. "Jetzt halt ohne Professor Seibert." Der gibt nicht nur die künstlerische Leitung ab: Die Max-Reger-Medaille, die ihm 2005 verliehen wurde, will er der Stadt nun "natürlich" zurückschicken.
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