15.04.2009 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Milchbauern protestieren vor Weidener Molkerei - Vorerst kein Boykott "Wir wollen faire Preise"

Nicht einmal ein Jahr ist vergangen, seit die Bauern die Molkereien boykottierten. Aus Protest gegen die niedrigen Milchpreise schütteten sie die Milch weg, statt sie abzuliefern. Weil die Aktion mittelfristig nahezu wirkungslos blieb, gehen sie nun erneut auf die Straße.

von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Am Donnerstag treffen sich die Kreisverbands-Mitglieder des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) um 20 Uhr vor der Molkerei des Milchunion Frischediensts in Weiden, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Damit beteiligen sich die Bauern am bundesweiten Molkereiaktionstag. "In den vergangenen 13 Monaten ist der Milchpreis um mehr als 13 Cent gefallen", erklärt Hubert Meiler, der im BDM-Kreisvorstand aktiv ist. Der Boykott des vergangenen Jahres habe den Preisverfall nur kurz gestoppt.

Die Proteste richten sich an die Politik, die verschiedene Entscheidungen der letzten Zeit rückgängig machen soll. "Die produzierte Milchmenge muss sinken", stellt Meiler das Ziel des Protests klar. Notwendig sei dafür, die Milchquotenreglung zu erhalten und nicht wie geplant im Jahr 2015 auslaufen zu lassen. Auch die so genannte Saldierungsmöglichkeit müsse abgeschafft werden.

Alternativen zu ihrem Protest sehen die Bauern nicht. "Mein Hof ist komplett auf die Milcherzeugung ausgerichtet. Mir fehlt das Geld, um die Produktion umzustellen", schildert Meiler seine Situation.
Auch vom sogenannten Milchfonds, der die Bauern für die Einbußen entschädigen soll hält der Störnsteiner nichts. Die angebotenen Summen seien zu niedrig. Außerdem mache diese Subvention die Bauern von der Politik abhängig. "Wir wollen keine Almosen, wir wollen faire Preise", so Meiler. Die subventionierte Überproduktion schade auch der Landwirtschaft der dritten Welt, da sie auch deren Preise drücke.

"Einen Boykott wie im letzten Jahr haben wir vorerst nicht geplant", erklärt Landwirtin Gertraud Mois. Völlig ausschließen können die Bauern einen Lieferstopp aber nicht. "Uns bleibt nichts anderes übrig", so Mois

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.