23.04.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Mit Notenschnitt von 3,77 im unteren Drittel - GEO testet "Zukunftsfähigkeit" von Städten Weiden ein Flop in der Hitliste

Vorrücken gefährdet. Das "Zwischenzeugnis" in Sachen Zukunftsfähigkeit ist ein echter Giftzettel: Das Magazin "GEO" errechnet für Weiden einen Notenschnitt von 3,77. Damit wäre die Stadt eines der Schlusslichter in Bayern. In den insgesamt 22 Kategorien findet sich nur ein einziger Einser (beim Frauenanteil!), dagegen setzt's gleich neun Fünfer.

von Ralph Gammanick Kontakt Profil

In einer Beilage zum GEO-Heft "Deutschlands Zukunft", das am 26. April erscheint, nehmen die Redakteure den demographischen Wandel detailliert unter die Lupe. Einen "verschärften Wettbewerb der Regionen" prophezeien sie. Und Weiden könnte demnach zu den Verlierern zählen. Bis 2020 lege Bayern als "moderner Wirtschaftsstandort" bei der Bevölkerung zwar weiter zu, heißt es. Der Norden des Freistaats erlebe jedoch einen "demographischen Niedergang". Um bis zu 15 Prozent schrumpfe hier die Einwohnerzahl.

Fünfer bei Familien

Ein Berliner Institut legte für den Test die Indikatoren fest - von der "Kinderzahl" über "Arbeitslosigkeit" bis hin zum "Fremdenverkehr" - und verglich sämtliche Landkreise und kreisfreie Städte Deutschlands. Mit teils bitteren Ergebnissen für die Max-Reger-Stadt. Familienfreundlichkeit (Zahl der Kindergärten und Familien-Haushalte): Note fünf. Anteil an Unter-20-Jährigen: Note fünf. Wohnungsbau: Note fünf. Und auch der Anteil an Hochqualifizierten wird als "mangelhaft" erachtet.

Andererseits scheinen sich die Weidener in ihrer Heimat ganz wohl zu fühlen. Nur bis zu fünf von 1000 Einwohnern wandern ab - dafür gibt's einen Zweier. "Gute" Wertungen auch für das Bruttoinlandsprodukt (26 000 bis 39 999 Euro je Erwerbstätiger) und die für die Erholung wichtigen Freiflächen (1100 bis 1399 Quadratmeter pro Einwohner). Und die Frauen sind für den einzigen Einser im Weidener "Zeugnis" verantwortlich: weil sich ihre Zahl mit der der Männer ungefähr die Waage hält. Somit gibt es laut GEO genügend "potenzielle Mütter für die nächste Generation". Der Kinderanteil wird einstweilen als "befriedigend" erachtet.

Zahlen von 2001

Bei dem zu milden Dreier in der Rubrik "Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger" offenbart sich eine Schwäche des Tests: Die zugrunde liegenden Zahlen sind nicht auf dem neuesten Stand, sondern bereits drei Jahre alt. Nichts dürfte sich hingegen daran geändert haben, dass die Max-Reger-Stadt bei der Bildung besser abschneidet als beispielsweise Nürnberg und Coburg.

Und doch springt am Ende nur ein Notendurchschnitt von 3,77 heraus. Immerhin: Weiden liegt damit auf Augenhöhe mit Würzburg, Augsburg und Kulmbach. Und lässt Amberg hinter sich. Die Vilsstädter erreichen einen Notendurchschnitt von nur 3,95.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.