03.09.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Modellprojekt für Frauen mit Kindern startet neu - Jobcenter und Arbeitsagentur die Initiatoren In Teilzeit zur Industrieelektrikerin

"Was kommt wohl auf uns zu?" Erwartungsfroh sitzen die angehenden Industrieelektrikerinnen am Arbeitstisch im ÜBZO. Reinhold Hautmann, Geschäftsführer des ÜBZO, begrüßte die "Neuen" zusammen mit Vertretern von Jobcenter und Arbeitsagentur. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

Nicht nur für Auszubildende fiel am 1. September der Startschuss in eine neue berufliche Zukunft. Auch für 12 Frauen zwischen 23 und 43 Jahren begann die Berufsausbildung als Industrieelektrikerin Betriebstechnik in den Räumen des ÜBZO im ehemaligen PFA-Gelände in Weiden.

Künftig gute Chancen

Mit den Worten "ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Entschluss, als Frau in die Welt der industriellen Fertigungsberufe einzutreten", begrüßte Reinhold Hautmann, Geschäftsführer des ÜBZO die neuen Teilnehmerinnen dieses Ausbildungsganges. Die Maßnahme wird in Teilzeit mit 20 Wochenstunden durchgeführt, denn alle Frauen haben Kinder zu betreuen. Gemeinsam mit Sonja Prüll, Leiterin der Weiterbildung des ÜBZO, versprach Hautmann eine "qualifizierte Ausbildung, die den Frauen sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnet".

Initiatoren dieses zum dritten Mal beginnenden Modellprojekts sind die Jobcenter Weiden-Neustadt und Tirschenreuth sowie die Agentur für Arbeit Weiden. "Vergleichbare Maßnahmen in Bayern gibt es allenfalls einmal in München", sagten die Jobcenter-Gleichstellungsbeauftragten Monika Reichel und Hilke Janssen sowie Stephan Rosner vom Absolventenmanagement der Agentur für Arbeit in Weiden bei der Lehrgangseröffnung.

Die Ausbildung Industrieelektrikerin Betriebstechnik dauert circa zwei Jahre und endet mit der Facharbeiterprüfung bei der IHK. Wer sich zur Elektronikerin weiterqualifizieren will, muss noch ein weiteres Ausbildungsjahr absolvieren. Dass für die Frauen gute Arbeitsmarktchancen bestehen, beweist der Erfolg der ersten beiden Modelljahrgänge. "Fast alle Absolventinnen haben einen entsprechenden Arbeitsplatz gefunden" berichten Monika Reichel und Hilke Janssen übereinstimmend.

Jobcenter und Arbeitsagentur zahlen die Einzelförderungen aus dem jeweiligen Eingliederungsbudget. Maßnahmekosten, Unterhaltszahlungen und sogar Kinderbetreuungskosten werden übernommen. "Diese Investitionen sind gut angelegtes Geld, denn sie münden in Qualifikationen, die am Arbeitsmarkt benötigt werden", erklärten die Experten.

Eigene Teilzeitklasse

An der Europa-Berufsschule sei eigens eine Teilzeitklasse eingerichtet worden, damit der erforderliche Berufsschulunterricht durchgeführt werden könne. Auch mehrere Betriebspraktika sind im Ausbildungsprogramm enthalten, denn "schließlich sollen die Frauen ja anschließend als Industrieelektrikerin eingesetzt werden".

Für die meisten teilnehmenden Frauen ist der Beruf Industrieelektrikerin der erste Ausbildungsabschluss. Dass es "kein Sprung ins kalte Wasser wird", dafür wollen Jobcenter und Agentur für Arbeit auch durch begleitende Beratung sorgen.

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