Morchel
Kleine Pilzkunde

Die Spitzmorchel (links) ist ein hochwertiger Speisepilz, die Frühjahrs-Giftlorchel (rechts), deren Hut aussieht wie Hirnwindungen, hingegen roh extrem giftig. Bilder: Baumanis (2)
Die Morchel, ein sehr hochwertiger Speisepilz, hat einen wabenförmigen Hut. Der Pilz bevorzugt nach Worten von Herbert Baumanis kalkhaltige Böden in Auwäldern, häufig flussbegleitet. Besonders schätzt er die Nähe von Eschen, informiert der geprüfte Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.

Ein weiteres Merkmal der Morchel: Ihr Fruchtkörper ist hohl. Von März bis Mai ist dieser Pilz zu finden, er ist damit der erste Speisepilz in der Saison. Feinschmecker schätzen die Spitzmorchel als ausgezeichneten Speisepilz - und bezahlen stolze Preise, für 100 Gramm getrocknete Pilze ab 50 Euro.

Giftlorchel

Das auffälligste Merkmal der Frühjahrs-Giftlorchel sind ihre hirnförmigen Windungen im Hutbereich. Sie wächst besonders gerne auf saurem Sandboden, ihr bevorzugter Standort sind Kiefernwälder. Der Pilz hat das Nerven- und Zellgift Gyromitrin. "Roh ist er richtig stark giftig", sagt der geprüfte Pilzsachverständige Herbert Baumanis aus Amberg.

Die Vergiftungssymptome ähneln denen des grünen Knollenblätterpilzes. Die Folge können erhebliche Leberprobleme sein, warnt Baumanis. "Vereinzelt gab es sogar schon Todesfälle", weiß der Experte. Mit rund zehn Stunden sei die Latenzzeit sehr lange. (san)
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