Neuer Ferien-Start: Als "Kepler"-Chef protestiert Anderlik, als Privatmann zeigt er Verständnis
Ein Schulleiter im Zwiespalt

Wie wäre es mit dem Start der Sommerferien am 1. Juli in Bayern? Toll, findet Niedersachsen. Vertreter des Bundeslandes fordern, Bayern soll sich vom fixen Ferienstart im August verabschieden und sich wie 14 andere Bundesländer auch am Rotationsprinzip für den Beginn der Sommerferien beteiligen. Ein Weidener Schulleiter sieht das ganz anders. Ein zweiter sieht es diffizil.

So sagt Anton Schwemmer, Leiter des Elly-Heuss-Gymnasiums: "Ich schätze das Ferien-System, das wir hier in Bayern haben." Es habe sich bewährt. Veränderungsbedarf bestünde nicht.

Der Kollege am Kepler-Gymnasium ist da eher gespalten. In zwei Persönlichkeiten. Die eine in Form der Privatperson Rolf Anderlik bringt durchaus Verständnis für die Forderung aus Niedersachsen auf: "Aus Gründen der Solidarität sage ich als Privatperson Ja zu dem Vorstoß." Schließlich ist Anderlik Mathematiker, betont er. Und als solcher bezeichnet er es als "schlagendes Argument", dass es bei 16 statt 14 Bundesländern in einem Rotationstopf das einzelne Land seltener mit einem Sommerferien-Start Anfang Juli trifft.
Als Kepler-Chef aber führt Anderlik gleich mehrere Argumente gegen das Rotationsprinzip ins Feld. So stünden mit der Einführung die zwei Wochen Oster- und Pfingstferien ebenfalls auf dem Prüfstand. Ganz zu schweigen vom Lehrstoff, der gut auf die fast 38 Unterrichtswochen getaktet ist. Mit der Rotation könnte der gleiche Stoff in drei Wochen weniger gepresst werden müssen. Gerade mit Blick auf das Zentralabitur, das stets Mitte Mai stattfindet, oder auf den Semesterstart an den Hochschulen hat der Oberstudiendirektor ebenfalls Magengrummeln beim Gedanken an einen unterschiedlichen Ferien-Start. Und dann gibt es da noch die Erfahrungen mit den Eltern wegen der seit 2012 (bis noch 2014) aus anderen Gründen nötigen "Kleinrotationen" bei den Sommerferien. Sie beginnen in dieser Zeit in der Mitte statt Ende der Woche.. "Das allein ist den Eltern schon unheimlich schwer zu vermitteln."

Und was halten die Lehrer von möglichen neuen Ferienzeiten? "Bei uns war das kein Thema", sagt "Elly"-Chef Schwemmer. Warum? "Weil wir alle davon ausgehen, dass alles so bleibt wie gehabt." Und falls dem nicht so ist? "Dann sind wir flexibel", sagt Kepler-Schulleiter Anderlik und fügt schmunzelnd hinzu: "Das können wir nämlich auch gut. Anders als es uns Lehrern oft unterstellt wird."
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