Nicht nur Blumenwiese
Angemerkt

Sie laufen tagtäglich über Nachbars Wiese. Das dürfen Sie vielleicht, wenn der es zulässt. Doch ein Recht darauf haben sie nicht, auch kein Gewohnheitsrecht. Das müssen nun auch viele Bürger im Rehbühl erfahren, die bisher die "Abkürzung" hinaus zum Waldfriedhof nahmen und nun ausgesperrt sind. Denn der Weg, den sie nehmen, ist - im abgeriegelten Teil - privat. Dabei könnte man durchaus meinen, er sei öffentlich, da er als "ausgebaut" durchgeht: Manch offiziell öffentlicher Weg in der Stadt ist in einem schlechteren Zustand.

Es bleibt egal, ob die Eigentümerin aus dem Weg eine Blumenwiese oder einen Obstgarten macht oder einen Zaun zieht. Für die bisherigen Nutzer ist er schlichtweg tabu.

Nirgends ist aufgezeichnet, wie er auf das Grundstück kam, ob er vom Eigentümer angelegt oder nur geduldet wurde. Er dürfte sich aus einem Trampelpfad entwickelt haben, denn er wird stark genutzt. Ein Trampelpfad zeigt, dass der Bedarf an einer Wegeverbindung vorhanden ist.

Bedarf besteht in Weiden vor allem auch an Wohnbauflächen. Das Stadtplanungsamt überprüft alle Baulücken, erstellt ein Baulücken-Kataster. Selbst wenn Abstände zur Autobahn, zur Schweinenaab und zum Rehmühlbach einzuhalten sind, wartet hier westlich der Bebauung mittelfristig ein riesiges Gebiet auf seine Bebauung. Der Wunsch der Grundstücksbesitzerin, den alten Weg aus ihrer Fläche zu beseitigen, ist daher verständlich. Aus der landwirtschaftlichen Fläche, die heute der Weg durchtrennt, könnte wertvollstes Bauland, aus dem Trampelpfad noch ein Traumpfad werden.

josef.wieder@derneuetag.de

Sie lesen heute

Kreisseite Ohne Chemie

Marmeladen, Säfte und Schokocrossies kreiert Gabriele Schirmer in Neudorf. (Seite 24)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.