17.10.2006 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

NT-Serie "Mein Lieblingsplatz in Weiden" - Neue Folge: Fritz Gollwitzer "Im Niemandsland geboren"

Der bekannte Spediteur Fritz Gollwitzer gehört zu jener traditionsbewussten Familiensippe, die sich alle vier Jahre trifft und im Flosser Land die Höfe ihrer Vorfahren besucht. Sein Großvater besaß ein florierendes Fuhrgeschäft in der Fleischgasse, das er jedoch aus Platzgründen vor genau 100 Jahren "nach draußen" in den Westen, in die Keplerstraße 14, verlegte.

von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Er kaufte das 1901 vom Vater des späteren OB Harbauer errichtete letzte Haus am damaligen Stadtrand. "Da gab es weder die Seltmann-Fabrik noch die Gambrinus-Brauerei noch etwa die Rehbühlsiedlung. Hier begann das ,Niemandsland', und hier wurde ich 1928 am selben Tag wie Winston Churchill geboren, an einem 28. November. Und genau an meinem 40. Geburtstag wurde ein erneuter Umzug aus Kapazitätsgründen notwendig, diesmal in die Regensburger Straße in Ullersricht."

1970 übernahm Fritz Gollwitzer die Geschäftsführung vom Vater. Zunächst wohnte der betriebsverbundene Unternehmer zur Miete in Ullersricht. Später bezog Fritz Gollwitzer mit Frau Erika, die in derselben Straße wie ihr Mann geboren wurde und die 1945 als Lehrmädchen bei ihrem späteren Schwiegervater angefangen hatte, ins eigene Haus am Fichtenbühl. Das lieb gewonnene Haus im "Neue-Welt-Viertel" erschien den beiden damals "viel zu weit vom Betrieb entfernt".

Aber diesem Viertel ist Fritz Gollwitzer eng verbunden geblieben. "Ich fahre immer wieder mit ,Schlenkern' durch die vertrauten Straßen, werfe einen Blick in den ehemaligen Hof, der heute brachliegt, und denke an die Zeit mit Waldemar Reil, dem Chef der Neue-Welt-Lichtspiele.

Ich erinnere mich auch noch an unseren dortigen Garten, ein wahres Kleinod, und an das riesige Bierholzfass. In dessen weichem, lauwarmem Regenwasser konnten wir Buben uns prächtig erfrischen." Der Unternehmer, der neben dem Hauptbetrieb in der Regensburger Straße noch Niederlassungen in Amberg, Regensburg, Nürnberg, Marktredwitz, Zwönitz (Erzgebirge) und Tachau leitet, hat erst gemerkt, wie sehr ihm "sein" früherer Stadtteil ans Herz gewachsen ist, als ein auswärtiger Immobilienmakler vor etwa 20 Jahren diese Gegend als "Glasscherbenviertel" bezeichnet hat.

"Das hat mich richtig verletzt", erklärt Fritz Gollwitzer freimütig und ergänzt lächelnd: "Natürlich hat es mir auch die ganze Weidener Altstadt angetan, aber da befinde ich mich ja sicher in zahlreicher Gesellschaft."

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