17.08.2007 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

NT-Sommerserie über den Bauhof - Auftakt mit Amtmann Manfred Meßner "Durch nichts mehr zu erschüttern"

Seit 15 Jahren ist Amtmann Manfred Meßner Amtsleiter des Bauhofs und nach eigener Aussage "durch nichts mehr zu erschüttern". Sein Lächeln zeigt, dass dieser Satz nicht etwa Resignation ausdrückt, sondern die humorvolle Gelassenheit eines Mannes, der sich auf seine 170 Mitarbeiter zählende Mannschaft voll verlassen kann.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Und er ergänzt: "Ich freue mich, dass der NT aus den verschiedenen Bereichen einige Beschäftigte selbst zu Wort kommen lässt, so dass ihre Arbeit zum Wohle der Bürger die verdiente Aufmerksamkeit erfährt."

Von Stadler viel gelernt

Der 1953 "zufällig in Nürnberg" Geborene steht seit seinem 18. Lebensjahr im Dienst der Stadt Weiden. Die fünf Jahre im Schlachthof von 1974 bis 1979 haben ihn besonders geprägt. "Dort habe ich Menschenkenntnis und Menschenführung gelernt." Besonders viel verdankt er seinem "alten Chef", dem inzwischen 76 Jahre alten Franz Stadler, der heute in Reutlingen lebt. Seit er 1992 den Bauhof übernommen hat, achtet Manfred Meßner auf ein ausgewogenes Verhältnis von Eigenleistungen und Privatvergabe.

Seine wichtigsten Wünsche sind: mehr Mitspracherechte bei Personalentscheidungen, einfachere Handhabung von Ersatzbeschaffungen und vor allem eine Entbürokratisierung des Vergaberechts. "Es kann doch nicht angehen, dass wir Arbeiten für Winterdienst oder Gartenabfall europaweit bis Portugal und Sizilien ausschreiben müssen."

Stolz verweist er auf das Abschneiden des Bauhofs bei Vergleichen mit anderen Betrieben. "Im Vorjahr waren wir bayernweit Zweitbeste." Weniger gern erinnert sich Manfred Meßner an das Jahr 1991, als man einen Saarbrücker Unternehmer mit dreifach höheren Kosten beauftragen musste, den angefallenen Restmüll nach Frankreich zu exportieren. Die Müllverbrennungsanlagen in der Region hatten die Annahme verweigert.

Als Beleg für das gute interne Betriebsklima erzählt er von der Fassungslosigkeit eines Mitarbeiters, dem man nach dem Führerscheinentzug ein leibhaftiges Pferd ins Büro gestellt habe - um seine Mobilität wiederherzustellen.

Privat ist der zweifache Familienvater Manfred Meßner auch vielen Nicht-Bauhof-Angehörigen bekannt. Seine Ämter reichen vom Vorsitz über die DLRG Weiden mit ihren 600 Mitgliedern über die Schriftführerfunktion bei der Fachgewerkschaft Komba bis hin zur langjährigen Mitgliedschaft im Personalrat der Stadt Weiden.

Noch vor Höher bei der JU

In der Vergangenheit war er Vorsitzender der Schülerunion Weiden und schon im Vorstand der Jungen Union, als Lothar Höher und Walter Leupold erst dazu stießen. Übrigens hat das fußballbegeisterte Mitglied der SpVgg noch einen überraschenden persönlichen Wunsch: "Ich würde sehr gern bis zu meinem 70. Lebensjahr arbeiten dürfen."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.