Oberpfälzer Abend der SPD im Postkeller - Schon zwei Elfjährige dabei
Mit viel Witz und Musik

"Wär er weg, dieser Speck", sang Franz Gericke und spielte damit auf seine eigene Leibesfülle und gleichzeitig auf den politischen Speckgürtel in Berlin an. Ansonsten aber wurde wenig politisiert beim Oberpfälzer Abend der SPD Weiden-Ost. Dafür gab es umso mehr Musik und Witze, dass es einem die Tränen in die Augen drückte.

Etwa 120 Gäste - wegen des überreichlichen Veranstaltungsangebots am Samstag etwas weniger als in den Vorjahren - waren zum Postkeller gepilgert. SPD-Ortsvereinsvorsitzender Horst Fuchs begrüßte vor allem Freunde und Genossen, darunter den SPD-Bundestagskandidaten, Uli Grötsch. Durch seine Verbindungen zur Musikantenszene (Fuchs ist Vorsitzender der Nordoberpfälzer Musikfreunde) war es ihm gelungen, ein abwechslungsreiches Programm mit musikalischen Hochkarätern zusammenzustellen. Gleichzeitig gab er dem Nachwuchs die Chance, vor großem Publikum aufzutreten. Julia Thanner und Peter Gey, zusammen 22 Jahre alt, begeisterten mit der Steirischen und der Gitarre. Die junge Irchenrietherin beherrscht die bayerischen Stimmungslieder schon perfekt. Der Weidener spielte klassische Gitarrenstücke aus Frankreich und Spanien sowie bekannte und beliebte Operettenmelodien. Schon ein Akrobat auf der Steirischen ist Martin Kimmich mit seinen 14 Jahren. Zusammen mit Tuba-Altmeister Hans Kowatsch brachte er Stimmung in den Saal mit dem "Gamsgebirg", dem "Zillertaler" und anderen bairisch-böhmisch-slowenischen Melodien.
Mit einem unglaublichen Reservoir an Witzen unterhielten "Die zwoa Schneidig'n" das Publikum. Pfarrer-, Bauern- und Ärztewitze zuhauf und dazwischen Lieder mit der "Quetschn" und dem Horn. So begeisterten Christian Müller und Manfred Wild die Gäste. Sie spielten unter anderem das berühmte "Rehragout", wussten aber auch, "wann man sich lieber einen Strick kauft". SPD-Ehrenmitglied Wilhelm Moser berichtete von seinen Schwierigkeiten als Strohwitwer beim Kochen und erntete Gelächter und Applaus.

Drei-Zentner-Stimme

Ein Hochgenuss in jeder Beziehung waren die "Blechernen Sait'n". Das Trio aus Schnaittenbach, mit Karl Schatz (Gitarre) sowie Ingrid und Franz Gericke (Zither und Tuba) übersetzten Lieder wie "Down by the Riverside" ins Bayerische, sangen "Lieder vom Land für die Stadt" oder auch anspruchsvolle, nachdenklich machende Stücke. Wenn der Drei-Zentner-Mann Franz Gericke mit tiefer Louis-Armstrong-Stimme Lieder wie Cabaret anstimmt oder wenn er, immer wieder auf die eigene Körperfülle anspielend, Oberpfälzer Gassenhauer singt, erntet er stets tosenden Applaus.
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