28.08.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Parteien ermutigen Weidener zum Urnengang - West IV "absolute Notwendigkeit" Für Bürgerentscheid werben

Der Ferienausschluss beschloss den Bürgerentscheid zum Gewerbegebiet Weiden-West IV, das entlang der B 470 entstehen und über die Verlängerung der Dr. -Müller-Straße (links) erschlossen werden soll. Bild: Ascherl
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Es gibt nur diesen einen Weg: Nur mit der Ausweisung eines großen Gewerbegebietes könne sich die Wirtschaft in der Stadt entwickeln. Davon sind fast alle Mitglieder des Ferienausschusses überzeugt. Einstimmig beschlossen die Stadträte am Mittwoch, mit einen Bürgerentscheid das Vorhaben zu starten.

Sowohl Oberbürgermeister Kurt Seggewiß als auch den Fraktionsvorsitzenden von SPD und CSU war bewusst, dass "höchste Anstrengungen" nötig sind, um das nötige Quorum von 20 Prozent zu erreichen. Am 9. November müssen 6500 Weidener das Vorhaben unterstützten, rechnete Wolfgang Pausch (CSU) vor. Er erinnerte daran, dass die Suche nach neuen Gewerbegebieten auf einen Antrag seiner Partei zurückgehe. "Wir stehen hinter diesem Gewerbegebiet. Wir stehen hinter der Art und Weise, wie es auf den Weg gebracht wird", unterstrich Pausch, der sich auch einen Zweckverband zur Erschließung der Flächen vorstellen kann.

"Wir müssen aktiv mitmischen", forderten Gabriele Laurich und Roland Richter ein starkes Engagement der Parteien. "Den Weidenern muss klar sein, welch wichtige Entscheidung sie treffen. Es ist eine der bedeutendsten in der Stadtgeschichte", so Richter

Nicht alles Sonnenschein

Hatte Karl Bärnklau (Grüne) noch dem Bürgerentscheid zugestimmt, so verweigerte er sich dem geplanten Anschreiben an die Bürger, das ihm "zu unkritisch" erschien. Die Stadt, so rügte er, verschweige negative Konsequenzen, die das Gewerbegebiet mit sich bringe. Die massiven Eingriffe in Natur- und Erholungsflächen, die hohen Erschließungskosten, die höhere Verkehrsbelastung blieben nämlich unerwähnt. "Es darf zu keinen euphorischen Statementes kommen", betonte Bärnklau. "Hier ist nicht alles Sonnenschein."

Ganz anders war die "Lesart" von Stadtkämmerin Cornelia Taubmann. Dieses Anschreiben mache sehr wohl die negativen Konsequenzen deutlich. "Wir sehen dunkle Wolken, wenn wir das Gebiet nicht bekommen." Wie schon bei der Festplatz-Diskussion will die Stadt alle Antworten zu den meistgestellten Fragen (FAQ) im Internet aufbereiten.

Keine Bankrotterklärung

An der "absoluten Notwendigkeit" dieses Gewerbegebietes, das die Entwicklung Weidens für die nächsten 20 bis 25 Jahre entscheidend präge, ließ OB Kurt Seggewiß keinen Zweifel. Darum müsse der Stadtrat alle Bürger mobilisieren. SPD-Fraktionschef Richter betonte, dass dieses Gewerbegebiet alle Bürger angehe.

Es wäre eine "Bankrotterklärung", wenn es der Stadt nicht gelinge, ausreichend Gewerbeflächen bereitzustellen. "Das ist für die Entwicklung der Stadt der schlimmste anzunehmende Unfall." Er wolle, dass die Betriebe in Weiden erweiterten oder sich ansiedelten. Richter gab sich überzeugt, dass es in West-IV gelinge, Ökologie und Ökonomie unter einen Hut zu bringen. So blieben bereits in der derzeitigen Planung 30 der 100 Hektar der Natur vorbehalten.

West-IV werde die wirtschaftliche Entwicklung Weidens entscheidend beeinflussen, sagte Stefan Rank (Bürgerliste). Er gehe davon aus, dass auch die Wirtschaftsverbände das Engagement der Stadt würdigten. Die Gewerbeflächen im Landkreis seien "eine schöne Ergänzung". Betriebe, die in Weiden erweitern oder bauen wollten, sollten dazu hier die Möglichkeit erhalten. "Wir brauchen die Steuereinnahmen."

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.