26.08.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Polizei nennt sechs Unfallschwerpunkte in der Stadt - Klares Ja zu kommunalen Tempo-Kontrollen Zu schnell, bei Rot oder mittendurch

Die schlechte Nachricht zuerst: Sechs Unfallschwerpunkte listet die Statistik von Polizeihauptkommissar Johann Wurm für 2013 auf. Die gute: In drei Fällen ist bereits Abhilfe in Sicht. Und der Fachmann rechnet sich noch weitere Verbesserungen aus: Wenn die für 2015 geplante kommunale Geschwindigkeitsüberwachung an den richtigen Stellen greift.

Unfallschwerpunkt Dr.-Martin-Luther-Straße, Einmündung Hammerweg: Drei Mal missachteten Fahrer hier beim Abbiegen das Rotlicht, drei Mal kam es bei Rot zu Auffahrunfällen vor der Ampel. Bild: Götz
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Entsprechende Vorgespräche hätten bereits stattgefunden. "Am Adolph-Kolping-Platz bringen Tempo-Messungen nichts", meint Johann Wurm. "Da fahren die Leute kaum zu schnell. Um Unfälle zu vermeiden, muss hier die Geschwindigkeit der Verkehrssituation angepasst sein."

Gute Erfolge rechnet sich der Verkehrssachbearbeiter der Weidener Polizei dagegen an Stellen wie der Autobahnauffahrt Frauenricht (Richtung Regensburg) aus. Dort krachte es von 2011 bis 2013 sechs Mal allein beim Linksabbiegen: "Vermutlich war der Gegenverkehr immer etwas zu schnell. Das ist für den Abbieger schlecht einzuschätzen."

Durch Geschwindigkeitskontrollen der Polizei sei die Zahl der Unfälle 2013 bereits gesunken. Das belege die erzieherische Wirkung. Die erwartet sich Johann Wurm ebenso von den kommunalen Kontrollen. "Da geht es nicht um Abzocke", verteidigt er die Maßnahmen von Stadt und Polizei. "Ziel ist eine Bewusstseinsänderung der Autofahrer für mehr Sicherheit."

Doch zurück zu den Unfallschwerpunkten 2013. In der 3-Jahres-Betrachtung (siehe Kasten) führt Johann Wurm vier Stellen auf:

Autobahnauffahrt Frauenricht: 11 Unfälle mit 3 Schwer- und 13 Leichtverletzten sowie 120 000 Euro Schaden registrierte die Polizei hier in den vergangenen 3 Jahren. Dabei ereigneten sich allein 6 Unfälle beim Linksabbiegen aus Richtung Mantel in die Auffahrt nach Regensburg.

Moosloh-/Peuerlstraße: 3 Verkehrsunfälle forderten 3 Schwerverletzte und 5000 Euro Schaden. 2 Autofahrer missachteten das Stoppschild und erfassten Radfahrer. Dabei war das Stopp-Schild dort vor einigen Jahren extra nach einem tödlichen Unfall mit einem Radler angebracht worden. Wurm: "Gegen menschliches Fehlverhalten ist auch eine Behörde machtlos."

Dr.-Martin-Luther-Straße/Hammerweg: 10 Unfälle mit 4 Schwerverletzten, 3 Leichtverletzten und 69 000 Euro Schaden. Dreimal missachteten Fahrer beim Abbiegen das Rotlicht, dreimal kam es bei Rot zu Auffahrunfällen vor der Ampel.

In den Beratungen mit der Verkehrsbehörde der Stadt und dem Tiefbauamt wurde folgende Lösung angedacht: Kontrastblenden könnten die Farbsignale deutlicher machen.

Adolph-Kolping-Platz: 24 Verkehrsunfälle mit drei Schwer- und 17 Leichtverletzten. Eine Abhilfe ist an dieser neuralgischen Stelle nicht in Sicht. "Das Fahrverhalten muss der Verkehrssituation angepasst werden", meint Wurm.

Nach der 1-Jahres-Betrachtung - für den Verkehrsexperten die aussagekräftigere Bilanz - gibt es zwei Unfallschwerpunkte im Stadtgebiet.

Einmündung Georg-Stöckel- in die Dr.-Kilian-Straße. Viermal krachte es hier 2013 beim Linksabbiegen Richtung Autobahn. Die Bilanz: 1 Schwerverletzter, 3 Leichtverletzte, 40 000 Euro Schaden. Die Ursachen liegen für Johann Wurm auf der Hand: Hohes Verkehrsaufkommen in der Dr.-Kilian-Straße. "Wer länger steht, wird ungeduldig." Deshalb dürfte wohl so mancher Linksabbieger aus der Georg-Stöckel-Straße zu früh aufs Gas gegangen sein.

Die Lösung: "Die Stadt wird hier vermutlich eine sogenannte Lückenampel errichten." Das heißt: In der Dr.-Kilian-Straße werden zwei Ampeln aufgebaut, die der Autofahrer in der Georg-Stöckel-Straße per Induktionsschleife auslöst. Die Ampeln schalten auf Rot, der Linksabbieger kann gefahrlos einbiegen. "Damit wäre dieser Unfallschwerpunkt Schnee von gestern."

Einmündung An den Städeln in die Christian-Seltmann-Straße: 4 Pkw-Lenker düsten hier 2013 verbotswidrig von der Straße An den Städeln geradeaus in die Fichtestraße. Dazu kommen noch zwei andersgeartete Unfälle. Die Bilanz: rund 38 000 Euro Schaden und 2 Leichtverletzte.

Wurm: "Die Leute fuhren vermutlich geradeaus, weil die Sintzelstraße wegen einer Baustelle gesperrt war und sie den Umweg nicht in Kauf nehmen wollten." Mit der Auflösung der Baustelle dürften sich nach Ansicht des Fachmanns auch diese Verkehrsverstöße in Luft auflösen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.