Schaustellerkinder wechseln oft die Schule - Keine Langzeitfreundschaften
Kein einfaches Leben

Die beiden treffen sich immer wieder auf den unterschiedlichsten Festplätzen in Deutschland und teilen sich auch das riesige Kettcar. Georgio Heilig (links) und Lenny Stey sind als Schaustellerkinder das Reisen gewöhnt. Bild: Jonathan Pausch
Die meisten Schausteller lassen ihre Familien nicht alleine zu Hause zurück, sondern reisen gemeinsam mit Frau und Kindern durch Deutschland. Doch wie sieht der Alltag ihres Nachwuchses aus?

Viele Leute haben von Schaustellerkindern ein falsches Bild im Kopf. Denn wir haben erfahren, dass die Arbeit auf einem Festplatz nicht nur Spaß mit sich bringt, sondern auch sehr problematisch sein kann. Der siebenjährige Lenny Stey und der achtjährige Georgio Heilig berichten uns über ihr Leben als Kinder von Schaustellern. Die Buben erzählen, wie schwierig es für sie ist, sich immer wieder an neue Umgebungen anzupassen.

Da die zwei quer durch Deutschland reisen, finden sie oft keinen Anschluss an Gleichaltrige. Ständig müssen die beiden ihre Schule wechseln und so können sie keine Langzeitfreundschaften führen. Sie besuchen immer die Schule, die in der Nähe ihres Aufenthaltsorts ist. "Es ist sehr schwierig, die neugewonnen Freunde zu verlassen", erklärt Lenny. Mit der Familie sei es einfacher, da ihre Verwandten oft auch als Schausteller tätig sind.

Oft gemeinsam auf Tour

Die beiden sind häufig gemeinsam auf den Festplätzen und sind daher gut befreundet. Manchmal werden die zwei aber voneinander getrennt, wenn ihre Eltern Angebote in verschiedenen Orten bekommen. Sie haben Geschwister, Lenny zwei Schwestern und Georgio zwei Brüder sowie eine Schwester.

Auf dem Volks- und Schützenfest in Weiden betreiben Lennys Eltern die Mini-Rallye-Kinderachterbahn "Um die Welt". Dabei darf Lenny sogar im Kassenhäuschen sitzen, wie er begeistert erzählt. Außerdem hilft er seiner Mutter beim Haushalt im Wohnwagen, "obwohl dies nicht meine Lieblingsaufgabe ist". Die Attraktion "Ritt durch die Prärie" betreibt Georgios Familie. Dabei erklärt er den Besuchern, wie dieser Schießstand funktioniert. Dabei ist der Stand erst seit einigen Monaten im Besitz der Familie. Vorher besaßen sie einen anderen Stand.

Unser Fazit: Das Leben als Schaustellerkind kann sehr gewöhnungsbedürftig, aber dennoch abwechslungsreich sein. Und obwohl Georgio und Lenny von vielen Problemen berichten, scheinen sie doch sehr glücklich zu sein.
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