14.05.2009 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Scheidende Jugendring-Chefin Siller beklagt schlechte Zusammenarbeit mit Stadt - Koller ... Kritische Worte zum Abschied

Etwas sentimental und melancholisch ging es zu bei der Frühjahrsvollversammlung des Stadtjugendrings (SJR). Kein Wunder, stand der Termin im JuZ-Saal doch ganz im Zeichen des Abschieds der Vorsitzenden Martina Siller.

von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Diese nahm - ein Jahr vor dem eigentlichen Ende der Amtszeit - den Hut und machte wie geplant Platz für die SPD-Stadträtin Tanja Koller. Die Vollversammlung wählte die einzige Kandidatin bei einer Stimmenthaltung. Und auch der Stellvertreterposten ist nun neu besetzt. Sarah Marshall tritt die Nachfolge Katrin Sperrers an. Auf Marshall entfielen 32 Ja-Stimmen, es gab eine Gegenstimme und eine Enthaltung. Sperrer bleibt weiter im Vorstand aktiv, denn die Versammlung bestimmte sie bei einer Enthaltung zur Beisitzerin.

Positive Bilanz

Die Versammlung war geprägt von Dankesworten und Umarmungen für die scheidenden Vorsitzenden und ansonsten ruhig und unaufgeregt. Die Harmonie störte nur die Kritik, die Siller und Sperrer in ihrem Bericht an der Zusammenarbeit mit der Stadt übten. "In den letzten Monaten war das Verhältnis nicht das Beste", bemerkte Siller. Bei den Verhandlungen um die Zuschusserhöhung um 6000 Euro sei vieles ins Persönliche gezogen worden. "Das gesprochene Wort galt plötzlich nicht mehr", bemerkte Siller. Auch um die vierte hauptamtliche Stelle im JuZ habe der Vorstand lange kämpfen müssen. Dieser Kampf sei nun aber gewonnen. Diese Woche laufen die Vorstellungsgespräche für die Stelle.
Abgesehen von diesen Querelen zogen Siller und Sperrer eine durchweg positive Bilanz ihrer fünfjährigen gemeinsamen Arbeit. "Als ich anfing, hatte eine Untersuchung des Augustinus-Gymnasiums fast schon die Schließung des JuZ nahegelegt", erinnerte sich Siller. Zu versifft sei die Einrichtung, gab die scheidende Vorsitzende das Ergebnis der Befragung wieder. Dies würde heute ganz anders ausschauen. Viele Aktionen hätten die Einrichtung aufgewertet. Exemplarisch erinnerte Siller etwa an den "Dance Your Style Contest" oder die Renovierung der Skateanlage.

Sparkurs nötig

Lob gab es auch von den Vertretern der Stadtratsfraktionen. So erinnerte SPD-Fraktionschef Roland Richter daran, dass die Diskussion um die Umbenennung bestimmter Straßen der Stadt vom SJR angestoßen wurde. Erst am Montag hatte der Stadtrat beschlossen, dass zwei Straßen, die nach NS-Unterstützer benannt sind, zwar nicht umbenannt, die Straßenschilder aber zukünftig durch eine erklärende Tafel ergänzt werden.

Tobias Reichelt zeigte bei der Vorstellung der Jahresrechnung 2008, dass der SJR etwas zu ausgabefreudig war. "Wir haben ein finanziell schwieriges Jahr hinter uns", so Reichelt. Deshalb werde nun ein "rigoroser Sparkurs" gefahren. Erste Auswirkung dieses Sparkurses ist eine neue, etwas strengere Zuschussrichtlinie, welche die Versammlung aber klaglos und einstimmig akzeptierte.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.