Schriftsteller Zöpfl macht dennoch dem FCB Konkurrenz
Riesiger Bayern-Fan

Ein großer Bayern-Abend: Prof. Dr. mult. Helmut Zöpfl las beim Heimatring. Bild: rns
Nein, ein "Mundartdichter" ist er nicht. Genauso, wie er nie in einer Partei war. Auch wenn manche ihm das gerne anhängen wollten ("Ah, der Zöpfl ist jetzt bei den Grünen ..."). Natürlich sei er "für die Heimat". Aber er sei gegen Kitsch und dagegen, "das Bayerntum zum Deppentum" zu stempeln. Seine Bücher - wie viele es sind, weiß nicht einmal er selbst - hat er teils in bayerischer Mundart geschrieben. Aber deswegen sei er kein "Heimatdichter". Er habe höchstens "Karikaturen auf diese Art Literatur" verfasst.

Professor Dr. mult. Helmut Zöpfl begeisterte mit einer Lesung, die mit "Bayrisch durchs Jahr" überschrieben war, am Dienstag im Vereinsheim "Almrausch" fast 200 Besucher. Als Pädogoge ist er habilitiert. Einen "Dr.phil." und einen "Dr. rer.nat." hat der ehemalige Lehrer und spätere Hochschulprofessor ebenfalls. Sowie zwei Ehrendoktortitel, einer davon von einer russischen Akademie für eine theologische Arbeit. Aber er ist erfrischend natürlich geblieben. Freundlich, ruhig, "einer von uns". Eine seiner Töchter arbeitet beim FC Bayern München und sagt "Hoeneß ist der netteste Mensch der Welt", erzählt Zöpfl. Er selbst ist eingeschriebenes Mitglied beim FC Bayern. Als solches freut es ihn natürlich besonders, dass trotz des Bayern-Spiels der Saal brechend voll ist.
Genauso wie Günther Magerl, als Heimatringvorsitzender Veranstalter des Festabends im Zuge der 29. Weidener Literaturtage. Und Regionalbibliotheksleiterin Sabine Guhl, die den "in die falsche Ecke gestellten Heimatdichter" als "Autor bayerischer Mundartliteratur" vorstellt.

Verfall der Sprache

Mit Gedichten und Geschichten aus seinen zahlreichen Büchern und Büchlein, sowie immer wieder frei vorgetragenen Erzählungen begeisterte der 75-Jährige sodann die Gäste. Zöpfl plädierte für Lesekultur und gegen pädagogische Irrwege. Er prangerte den Verfall der Sprache an und bezweifelte, dass es "Fortschritt" gibt. In seinem Buch "Das Klassentreffen" erzählt er von seiner Kindheit in Erding, von der Schulzeit mit "Holzscheitl-Knien" und "Tatzen-Steckerl", von der Lehrerin "Schuster-Kathl" und vom großen Vorteil, einen Onkel gehabt zu haben, der Bäcker war. Auch von "Klein-Paule" erzählte Zöpfl.

In der Kindheit habe man oft aufgeschlagene Knie gehabt, sei ohne Sicherungsgurt auf Bäume geklettert. Angesichts dieser "Risikofaktoren" habe "Klein-Paule" bei seinem 95. Geburtstag bezweifelt, ob er noch die 100 voll machen werde. Stürmischen Beifall erhielt Prof. Zöpfl für seinen Einsatz für Tiere, die er unbedingt als "beseelte Wesen" sieht und denen er in Gedichten über eine neue Schöpfung und einem "Mundart-Gebet für Tiere" große Bedeutung in seinem Werk einräumt.

Mit Hackbrett, Bass, Steirischer und Gitarre - und passenden Musikstücken - begleitete die "Oberpfälzer Grenzgangmusik" unter der Leitung von Cornelia Gurdan den Abend.
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