27.03.2004 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Schröpf, Landräte und Abgeordnete fordern Erhalt der Direktion - Amberger Angriffe Im Einsatz für die Polizei

Eigentlich hätten MdL Georg Stahl und OB Hans Schröpf ihren "Sondereinsatz" lieber im Stillen durchgezogen. Doch Mitte der Woche ging MdL Heinz Donhauser in die Offensive. Gegenüber Minister Beckstein forderte er den Erhalt der Amberger Polizeidirektion - und "schoss" dazu gegen die Weidener.

von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Stahl findet's "nicht fair" vom Parteifreund. Dabei hat der Pirker mit dem OB heimlich eine weit eindrucksvollere Initiative auf die Beine gestellt. Nach Gesprächen mit Polizeidirektor Josef Wittmann traf sich im Neuen Rathaus eine laut Schröpf "repräsentative politische Runde", die sich nun für die Weidener Direktion ins Zeug legt. Schröpf, die Landräte Simon Wittmann und Karl Haberkorn, die MdL Stahl und Herbert Rubenbauer sowie die MdB Georg Girisch und Albert Rupprecht unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung, die das Innenministerium bereits erreicht hat.

Darin betonen die CSU-Politiker die Bedeutung der Polizeidirektion für die Region: wegen der "Grenznähe, aber auch der Zentralität Weidens an der Autobahn A 93", vor allem "in Hinblick auf die anstehende Erweiterung der Europäischen Union im Mai 2004". Die bringe ein Ansteigen der Kriminalität und erhöhte Verkehrsbelastung mit sich. "Wir müssen unseren Menschen die Sicherheit bewahren." Auch hinsichtlich des nahen US-Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. "Deshalb", so heißt es, "ist der Erhalt der Polizeidirektion in Weiden, mit ihrer Führungsstruktur, sehr notwendig".

"Prestigesache"

Eben um die "Führungsstruktur" geht es. Nach bisherigen Überlegungen will die Staatsregierung einige Polizeidirektoren, deren Stellvertreter und die damit verbundene Verwaltung "einsparen". "Eine Prestigesache", sagt Stahl, "und einige Planstellen hängen außerdem dran." Laut Christoph Hillenbrand, Referatsleiter im Innenministerium, stehen in Sachen Neuorganisation "verschiedene Modelle" zur Debatte, jedoch sei "noch gar nichts spruchreif". "Auch eine Kosten-Nutzen-Analyse fehlt noch." Dass MdL Donhauser in dieser Phase Attacken gegen Weiden reitet, stößt dem Fraktionskollegen Stahl sauer auf. "Wir sollten zusammen nach einer kreativen Lösung suchen", betont der Pirker. "Wir brauchen beide Direktionen!" Donhauser dagegen bemerkt in seinem Brief an Beckstein u. a., dass im Amberger Gebiet "eine höhere Einsatzbelastung zu verzeichnen ist als im Vergleichbereich Weiden". Der CSU-Mann erkennt ein "Duell". Für ihn kann es nur eine geben - die Amberger oder die Weidener Direktion.

Beide sollen bleiben, fordert aber auch Reinhold Preßl, Ortsvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei: "Die Organisationsform hat sich doch bewährt. Größere Einheiten würden die Schlagkraft schwächen." Dass Amberg und Weiden jetzt als Gegner aufträten und Spekulationen ins Kraut schössen, sei die Schuld des Ministeriums. "Es muss endlich ein Konzept auf den Tisch legen, zu dem sich die Beteiligten konkret äußern können."

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