Seibert: Auch ohne Reger-Tage "genug zu tun" - Seggewiß: Keine Veranlassung für rechtliche ...
Kündigung nicht bedauert

Die letzte Festival-Woche hat begonnen. Die letzte Woche, in der Prof. Kurt Seibert bei den Max-Reger-Tagen den Ton angibt. "Todtraurig" sei er, bekennt der 63-Jährige. Als weltweit gefragter Musikprofessor habe er aber auch in Zukunft "genug zu tun". "Für mich bricht nichts zusammen. Eher für die Stadt Weiden."

Deren obersten Repräsentanten scheinen da jedoch ebenfalls keine großen Bedenken zu quälen. "Für mich ist das erledigt", erklärt OB Kurt Seggewiß zum Thema Seibert. Nun lotet er bereits Nachfolgelösungen aus. "Es gibt genügend Allianzen, die denkbar sind." Für eine rechtliche Prüfung der Angelegenheit - wie von CSU-Fraktionschef Walter Leupold gefordert - sieht Seggewiß "keine Veranlassung". Wie berichtet, warf Leupold die Frage auf, ob nicht der Stadtrat für Entscheidungen in Sachen Max-Reger-Tage zuständig ist. Seggewiß bezweifelt's. "Ein wenig Richtlinienkompetenz muss der OB schon haben", bemerkt er. Zudem gebe es "keinen Arbeitsvertrag, nichts Schriftliches" mit Seibert.

Auch in dieser Hinsicht hatte sich der künstlerische Leiter eine Änderung gewünscht. In dem Gespräch mit Seggewiß vor einer Woche, das mit einem Eklat endete, wollte Seibert nicht nur für eine Aufstockung des städtischen Zuschusses und eine Verbesserung der personellen Situation (1,4 Stellen im Festivalbüro) eintreten. Außerdem erwartete der 63-Jährige eine Antwort auf die Frage, wie die Stadt künftig das Arbeitsverhältnis zum Intendanten definiere. Seit 1999, als er die Reger-Tage ins Leben rief, hatte sich der Musikprofessor ehrenamtlich engagiert.
Im NT-Gespräch widerspricht Seibert denn auch dem Eindruck, er habe mit den Max-Reger-Tagen - einem "idealistischen Projekt" - öffentliche Mittel "verprasst". Die zuletzt kontrovers diskutierten Auswärtskonzerte hätten die Stadt keinen Cent gekostet, betont der Impresario. Er selbst habe die Sponsoren gewonnen, welche die Finanzierung gesichert hätten.

Als "totalen Affront" empfand der Intendant die "Gesprächsgrundlage", die ihm am vergangenen Dienstag OB Kurt Seggewiß und Kulturamtsleiter Petra Vorsatz eröffnet hätten: weniger Auswärtskonzerte, Kürzung der städtischen Mittel, Koordination und Konzeption nur noch mit Billigung des Kulturamts. Diese Vorgaben hätten ihn "wütend" gemacht, räumt Seibert ein. Dass er darauf hin seinen Rücktritt erklärte, bereut er im Nachhinein nicht: "Besser als die chinesische Hinrichtungsmethode, bei der Ihnen erst ein Finger abgeschnitten wird, dann der nächste, dann das Bein ..."

Wieder fast 6000 Zuhörer

Laufend werde er auf seinen Abschied angesprochen, selbst Konkurrenten äußerten Bedauern und Unverständnis, erzählt Seibert: "Die Musikwelt begreift das als Verlust." Nach den Worten des Leiters lockten die Max-Reger-Tage 2007 wieder fast 6000 Zuhörer. Zwei Konzerte stehen noch aus: am Donnerstag mit dem Korean Chamber Orchestra im Haus der Gemeinde und am Samstag mit Franz Josef Stoiber und dem Weidener Kammerchor in St. Augustin. OB Seggewiß kommt dabei nicht in die Verlegenheit, Seibert verabschieden zu müssen: Der Rathauschef geht am Wochenende mit der SPD in Klausur.
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